Cedrics Austausch in England

Hallo, mein Name ist Cedric und ich werde mit Partnership International e.V. meinen Schüleraustausch in England verbringen. Hier werde ich regelmäßig über meine Zeit im Ausland berichten.

Silvester und Weihnachten – das erste Mal nicht in Deutschland

20161223_1859271Das erste Mal Weihnachten und Silvester ohne meine Familie in Deutschland zu verbringen war ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst einmal war ich sehr glücklich damit, mein Weihnachten mit einer großen Familie zu verbringen. Das ältere Ehepaar, mit dem ich und eine andere deutsche Austauschschülerin zusammen leben, hat sowohl erwachsene Kinder als auch kleine Enkelkinder. Ich fand es sehr interessant zu sehen, wie Weihnachten für die verschiedenen Generationen in England ist. Zum Beispiel wie die Erwachsenen versuchten, ihren Kindern den Glauben an ‚Santa‘ (also den deutschen Weihnachtsmann) zu vermitteln und ihn nicht aus Versehen zu zerstören. Ich genoss am meisten die Momente mit der ganzen Familie, da man sich dort viel unterhalten hat und Spiele gespielt wurden.

Ich war auch unglaublich begeistert von dem leckeren, großen Weihnachtsessen.
Es wird traditionell am 25.12. verspeist und besteht aus Truthahn, gerösteten img_20161225_194512_192Kartoffeln, Rosenkohl etc. Das große Weihnachtsessen in Deutschland ist ja ist ja für gewöhnlich immer am 24. Dezember. Aber auch die Weihnachtsgeschenke gab es im Gegensatz zu Deutschland erst am 25.12. – der Grund dafür ist, dass die Geschenke ja erst in der Nacht von Santa gebracht wurden. Eigentlich hatte ich keine Geschenke von meiner Gastfamilie erwartet, aber war umso begeisterter, als sie mir dann doch etwas schenkten. Selbst Familienmitglieder, welche mich noch gar nicht kannten, schenkten mir etwas. Ich persönlich wollte schon die ganze Zeit ein Portrait von meiner Gastfamilie malen und dachte, Weihnachten sei die perfekte Gelegenheit um ihnen das zu schenken. Deshalb zeichnete ich sie und gestaltete das Bild weihnachtlich.

img_20161225_100002_962Weil die Familie so groß ist, waren meine Gasteltern, die andere Austauschschülerin und ich die ganze Zeit unterwegs bzw. beschäftigt. Eine sehr wichtige Eigenschaft, welche einen Austauschschüler davon, abhält an die Heimat zu denken und Heimweh zu kriegen. Auch wenn die Gastfamilie generell nicht sehr viel unternimmt, sollte man immer versuchen sich abzulenken. Ob es mit Freunden ist oder nur mit sich selbst, ist eigentlich relativ egal. Es reicht nämlich ein kurzer Moment von Einsamkeit aus, um an die Familie in Deutschland zu denken und in ein tiefes Loch zu fallen. Aber manchmal passiert das nun mal! Ich finde, dass es aber komisch wäre, überhaupt gar kein Heimweh zu haben.20161117_202419

Zu Silvester oder hier ‚New Year’s Eve‘ wurde ich auf eine Party von englischen Teenagern eingeladen. Wir hatten eine Menge Spaß und es war sogar meine erste Party nur mit Engländern (als einziger Austauschschüler). Insgesamt war vieles anders, aber gerade die Unterschiede bei dem Weihnachtsessen oder der Art zu feiern fand ich sehr interessant und aufregend. Dank meiner neuen Gastfamilie hatte ich doch noch ein schönes Weihnachten.

Mein Vorbereitungsseminar in Bad Honnef

cedric1Meiner Meinung nach ist das Vorbereitungsseminar voll und ganz gelungen. Allerdings tragen natürlich immer viele Faktoren dazu bei, dass etwas ein voller Erfolg wird. Die abwechslungsreiche Gestaltung des Programms gefiel mir sehr, da sie dazu beitrug, dass wir so viele Informationen wie möglich von dem kurzen, dreitägigen Vorbereitungsseminar mitnehmen beziehungsweise behalten können. In der ganzen Zeit sollten wir nicht nur einfach zuhören und aufschreiben, wie ich es mir zuerst vorgestellt habe. Stattdessen arbeiteten wir in Gruppen und äußerten unsere eigene Meinung zu debattierbaren Themen wie zum Beispiel: „Wie verhalte ich mich am besten bei bestimmten Herausforderungen im Gastland?“.

Besonders gefiel mir, dass wir dabei die meisten Aufgaben auf sehr kreative Weise erarbeitet haben. Beispielsweise sollten wir ein kurzes Theaterstück kreieren, wobei uns nur eine Herausforderung im Gastland und ein Filmtitel gegeben war. Diese Herausforderung sollten wir dann im Laufe des Theaterstückes so gut wie möglich bewältigen, jedoch dabei nicht vergessen, die typischen Merkmale unseres Films mit einzubauen.

Davon abgesehen war ich auch sehr begeistert von den Teamern. Zum einen fand ich toll, dass sie dieses dreitägige Wochenende allein wegen uns Austauschschülern ehrenamtlich geopfert haben, obwohl die meisten von ihnen (wenn nicht sogar alle) studieren und von daher eigentlich relativ wenig Zeit haben sollten. Zum anderen gefiel mir aber auch generell ihre ganze Planung und ihr Engagement, damit uns dieses Seminar auch weiterhilft.

Bevor das Seminar wirklich begonnen hat, habe ich mir Gedanken gemacht, ob wir interessante Informationen erhalten würden, die wir noch nicht kannten. Ich bemerkte dann schnell, dass es beim Vorbereitungsseminar wirklich darum geht, auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen. Als angehender Austauschschüler denkt man viel über seine zukünftige Gastfamilie und ihr Leben nach. Wichtig ist es aber auch, sich einmal in die Situation der Gastfamilie hineinzuversetzen und den ganzen Aufwand zu betrachten, den sie für einen Austauschschüler betreiben. Nicht nur den finanziellen Aufwand, sondern auch den zeitlichen, organisatorischen und emotionalen. Natürlich kann man auch mal darüber nachdenken, wo man der Gastfamilie unter die Arme greifen kann.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind auch die kulturellen Unterschiede. Hier sollte man sich auch über mögliche Missverständnisse im Klaren sein. Diese können bei der Begrüßung oder aber auch im generellen Alltag entstehen. Gepflogenheiten, welche in Deutschland oder in seiner Umgebung normal sind, müssen nicht gleichzeitig auch im Gastland normal sein. Sie können sogar negativ gewertet werden. Um dies zu vermeiden sollte der Austauschschüler versuchen, sich anzupassen oder der Gastfamilie Fragen stellen, beispielsweise über die für das Gastland typische Begrüßung.

Von unseren Teamern, die selbst schon in unserem zukünftigen Gastland waren, erfuhren wir aber auch noch viele weitere Dinge, worüber wir auf jeden Fall Bescheid wissen sollten. Zum Beispiel bekamen wir Informationen über das Schulsystem, mögliche Ansprechpartner in unserem Gastland, aber auch zu den Programmregeln.

Nach dem Seminar freue ich mich jetzt eigentlich noch mehr darauf, die verschiedenen Charaktereigenschaften meiner Gastfamilie kennenzulernen, bin aber gleichzeitig noch viel nervöser in Hinsicht auf die vielen Missverständnisse, die unabsichtlich auftreten können. Doch bin ich auch gespannt, wie ich mit möglichen Missverständnissen und daraus entstehenden Herausforderungen umgehen werde. Außerdem bin ich der Meinung, dass mir das Vorbereitungsseminar noch einmal gezeigt hat, dass es nicht selbstverständlich ist, welchen großen Aufwand die Gastfamilie nur wegen uns betreibt.

Meine Erwartungen

Ich erwarte von meinem Aufenthalt in England, dass ich von einer freundlichen (und genauso wie ich aufgeregten) Gastfamilie erwartet werde, und in dem Jahr spannende neue Erfahrungen mit ihr teilen kann. Zudem hoffe ich natürlich, dass ich eine Menge Neues über England und seine Kultur kennenlernen kann und meine Sprachkenntnisse verbessere.

Johanna Maurer
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