PPP-Stipendiaten erzählen: Emmas High School in Michigan

In den nächsten Wochen berichten einige unserer PPP-Stipendiaten aus dem Schuljahr 2017/18 von ihrer Zeit in den USA. Jede und jeder von ihnen erzählt über ein besonderes Thema, das sie während ihres Austauschs besonders bewegt hat. Emma berichtet von ihrer High School in Kalamazoo, Michgian.

Meine Ankunft in Michgian

Als ich im Sommer 2017 sehnsüchtig auf meinen Flugtermin und auf meine Gastfamilie wartete, war das ganze Jahr noch ein riesiges Fragezeichen. Wie würde meine Gastfamilie aussehen? Wie meine Schule? Würde ich zurechtkommen? Freunde finden? Als ich dann circa eine Woche vor meinem Abflug die Informationen über meine Gastfamilie bekam, war ich überglücklich und wurde noch aufgeregter und neugieriger. Kalamazoo, eine kleine Stadt in Michigan, im Midwesten der USA- davon gehört hatte ich noch nie, aber nach etwas Nachforschen im Internet wusste ich schon mehr über den Staat an den großen Seen, der wie eine Hand geformt und nun mein zweites Zuhause sein würde.

Kalamazoo liegt ziemlich genau zwischen Chicago und Detroit, bis in die beiden Städte dauert es nur ungefähr 3 Autostunden und auch Lansing, die Hauptstadt Michigans, ist nicht weit. Die Innenstadt von Kalamazoo ist teils modern mit neuen Gebäuden und einem College, besteht aber auch teils aus sehr alten Häusern. Die Vororte haben viele Nachbarschaften mit großen, neuen Häusern und auch die Bevölkerung ist sehr unterschiedlich. Auch die Landschaft in Michigan ist abwechslungsreich, im Norden, der an Kanada grenzt, ist es sehr kalt und es gibt wunderschöne Wälder. Die Gegend um Detroit ist eher ein Industriegebiet und der ganze Staat ist von den großen Seen umgeben.

Einige meiner schönsten Erlebnisse waren der Ausflug zum Lake Michigan, gemeinsame Lagerfeuer, Schlittenfahren im Winter, Thanksgiving, Weihnachten mit meiner Gastfamilie und viele kleine alltägliche Dinge wie Übernachtungen bei Verwandten, Einkaufen oder gemeinsames Spielen.

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Die High School

Meine Schule war nur 15 Minuten entfernt, aber ich musste jeden Morgen früh
aufstehen,um mit dem Schulbus zu fahren. Die Schule war eine der besten Erlebnisse des Jahres und ich vermisse sie jetzt sehr. Da ich sogar noch in den Sommerferien, gleich nach meiner Ankunft, dem Schwimmteam beigetreten war, fand ich schnell gute Freunde, da alle Mädchen des Teams unglaublich nett und herzlich waren. Auch wenn mir das harte, tägliche Schwimmtraining erst schwerfiel (in Deutschland hatte ich kaum Sport getrieben), waren meine Freunde immer für mich da und auch das Team unternahm viel zusammen wie Übernachtungen oder kleine Ausflüge. Alle waren sehr interessiert an Deutschland und wollten viel wissen. So hatte ich, als die Schule anfing, schon ein paar Freunde und kannte viele Leute, die mir halfen, zum Beispiel mit meinem Spind.

Aber auch die Schule unterstützte mich sehr, zum Beispiel gab es ein Orientierungstreffen, bei dem ich ein paar ältere Schüler, Mentoren, traf, die später auch zu Freunden wurden und mich gut unterstützten. Zuvor hatte ich mit einem Counselor meine Kurse gewählt und war schon sehr gespannt auf außergewöhnliche Kurse wie zum Beispiel Chor als Unterrichtsfach. Da ich aber in Deutschland die 10. Klasse überspringen wollte, musste ich auch ein paar Kernfächer wie Französisch, Chemie und Mathe weiter belegen.

Mir fiel schnell auf, dass der Unterricht in den USA ganz anders war als in Deutschland. Meine Lehrer waren überhaupt nicht streng und die Schüler wurden nur selten getadelt. Für die Noten kam es nur auf Tests und Klassenarbeiten an, die mündliche Beteiligung zählte also nicht mit hinein.

Ich wurde zwar als 12. Klässlerin eingestuft, um alle Veranstaltungen der Abschlussklasse (z.B. „Prom“, den Abschlussball und anderes) mitmachen zu dürfen, aber ich wählte vor allem Kurse für 10. Klässler mit Schülern in meinem Alter. Meine Lieblingsfächer waren Chor, weil mir das Singen mit der netten Gruppe viel Spaß machte, Civics, wo wir über das amerikanische Regierungssystem und Politik lernten und Food& Fitness, ein Kurs in dem gekocht und über Ernährung unterrichtet wurde. Da ich das meiste in Deutschland schon gelernt hatte, fielen mir auch Französisch, Chemie und Mathe leicht.

Am meisten aufgefallen ist mir aber die tolle Atmosphäre, das Gefühl der Zusammengehörigkeit in der Schule. Durch die vielen Sportteams, die in Wettkämpfen gegen andere Schulen antraten, und Veranstaltungen wie Football Spiele, zu denen die ganze Schule zum Anfeuern kam, gab es ein tolles Gemeinschaftsgefühl, was ich an meiner deutschen Schule vermisse. In den USA ist jeder stolz auf sein Team und seine Schule und nichts macht mehr Spaß, als mit allen Freunden und den Cheerleadern die Football Spieler laut anzufeuern.

Die Schule unterstützt diesen „School Spirit“ auch sehr, es gab extra Veranstaltungen für alle, um die „Cheers“ zu lernen, die ich noch heute kann. Auch bei unseren Schwimm- und Leichtathletikwettkämpfen wurden alle im Team unterstützt und angefeuert.

Eines meiner schönsten Erlebnisse waren auch die Bälle, die von der Schule veranstaltet wurden: Prom, der Winterball und Homecoming, bei denen alle schicke Kleider anhatten und viel getanzt wurde, nachdem man mit seinen Freuden essen war.

Claudia Kühne
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