Karlas Schüleraustausch in England

Hallo, mein Name ist Karla, ich bin 16 Jahre alt und habe fünf Monate in England verbracht. Genauer gesagt in Yaxley, einem Vorort von Peterborough. Ich habe dort eine wunderschöne, intensive Zeit verbracht und möchte euch nun ein bisschen darüber erzählen. Meine Gastfamilie nimmt schon fast seit 20 Jahren Gastschüler auf, deshalb waren sie sehr erfahren und routiniert. Dies hat mich sehr beruhigt und ich habe mich schnell bei ihnen zuhause gefühlt. Vor allem auch, weil sie sehr herzlich waren und mir das Gefühl gegeben haben, zur Familie zu gehören.

In der Schule hat es jedoch ein bisschen länger gedauert, da es eine ziemliche Umstellung war nicht mehr in 16 Fächern unterrichtet zu werden, sondern nur noch 4 oder 3 Fächer zu haben. Ich bin in England in die “Sixth Form” gegangen. Das ist vergleichbar mit der deutschen Oberstufe. Als Austauschschüler geht man also praktisch in die elfte Klasse, Year 12 genannt. Darum hat man nur ca. 4 Fächer, die man selbst gewählt hat. Meine Fächer waren Soziologie, Mathe, English Literature und Music Performance. In England gibt es also eine viel größere Bandbreite an Fächern als in Deutschland, vor allem nach der 10. Klasse. Es gibt Fächer wie Performing Arts, Catering, Psychology, Sociology und Health and Social Care. Unterschiedliche Schulen in England bieten natürlich verschiedene Fächer an, aber zumindest an meiner Schule hatte ich die Möglichkeit, mal etwas ganz anderes als in Deutschland auszuprobieren, was eine tolle Erfahrung war! Soziologie zum Beispiel war wahnsinnig interessant, da ich Dinge gelernt habe über die ich bisher nur sehr wenig wusste. Eine Sache, die mich auch immer wieder überrascht hat, war die Höflichkeit und Herzlichkeit mit der einem vom Lehrer bis zum Busfahrer jeder entgegenkommt. Meine Lehrer waren immer hilfsbereit, wenn ich mich mal schwerer getan habe, und wenn ich etwas nicht richtig verstanden hatte, haben sie immer versucht mir zu helfen.

In Yaxley gibt es mehrere Gastfamilien. Meine Gasteltern waren sehr gut mit zwei von ihnen befreundet, sodass ich auch viel mit den anderen Familien und ihren Austauschschülern, Frieda und Franzi, unternommen habe oder die zwei mit meinen Gasteltern und mir. Sie sind mit uns an die englische Ostküste gefahren, wo wir Fish and Chips gegessen haben. Außerdem haben sie mit uns Städte wie Sheffield und Leicester besucht, und auch viele kleine Orte um Peterborough herum. Der Ausflug, der mir am schönsten in Erinnerung geblieben ist, war die Besichtigung der Winterresidenz der Queen in Sandringham. Man durfte dort in die wunderschön angelegten Gärten gehen und Teile der Gebäude anschauen. Nun kann ich mir sehr gut vorstellen wie die Gärten gehegt und gepflegt werden. Aber meine Gasteltern sind manchmal auch einfach nur mit ihrem Enkelkind und mir in den Zoo gegangen. Außerdem ist es in der Weihnachtszeit üblich, wenn die Kinder noch klein sind, in eine Art Garten- oder Baumarkt zu gehen und “Santa” zu besuchen, damit die Kleinen ihm von ihren Wünschen erzählen können. Wie man sieht, war ich in meiner Freizeit viel unterwegs. Frieda, Franzi und ich haben auch manchmal den Zug genommen und haben uns Städte wie Cambridge und London angeschaut. Diese waren von Peterborough aus gut zu erreichen und es hat nicht sehr lange gedauert dorthin zu fahren (50-90 Minuten). Es war ein tolles Gefühl, eine Stadt einmal auf eigene Faust zu erkunden und Tipps und Empfehlungen von den Einheimischen zu bekommen.

Wenn ich so um 16.00 Uhr von der Schule nach Hause gekommen bin, haben meine Gasteltern und ich uns erst einen Tee gemacht und dann gab es immer relativ früh Abendessen. Daraufhin hab ich meine Hausaufgaben gemacht und mich danach zu meinen Gasteltern ins Wohnzimmer gesetzt, um mit ihnen zu reden oder fernzusehen. Dabei haben wir oft noch einen Tee oder einen Kakao getrunken. Tee ist seitdem aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken! Man gewöhnt sich unheimlich schnell daran, mindestens dreimal am Tag eine Tasse davon zu trinken. Donnerstags war ich immer ein bisschen länger an der Schule, da ich an einem Yoga-Kurs teilgenommen habe, was sehr entspannend war. Zudem war mittwochs immer “Pasta-Wednesday”. Das ist seit Langem eine Art Tradition in unseren drei Gastfamilien. Franzi und ich haben immer mittwochs Friedas Familie zum Abendessen besucht, wo es einen Nudelauflauf gab. Diese Abende waren immer sehr lustig! Was ich aber vor allem daran mochte, war, dass wir alle die Möglichkeit hatten noch zwei andere Gastfamilien kennen zu lernen und zu sehen wie unterschiedlich und doch ähnlich Menschen in England zusammenleben.

Zukünftigen Austauschschülern kann ich nur den Tipp geben: Genießt jeden Augenblick eures Aufenthalts und schätzt jede noch so kleine Erfahrung wert. Ihr braucht keine Angst zu haben, habt einfach Vertrauen in euch und eure Gastfamilie. Ihr solltet auf jeden Fall viel unternehmen und euren Fokus auf viele unterschiedliche Sachen legen!

Victoria Schur
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