Mariannes Austausch in England

Hallo, ich bin Marianne, 16 Jahre alt, und gehe ab Januar 2017 für 3 Monate mit Partnership International nach England. Nachdem ich in London schon die Tower-Bridge, den Wachtwechsel am Buckingham Palace und die Oxfordstreet gesehen habe, freue ich mich, endlich das richtige Alltagsleben kennen zu lernen. Ich bin gespannt auf die englische Kultur, die Menschen, die Schule und auf alles was mich dort sonst noch erwarten mag…

Meine Vorbereitungen auf meinen Austausch

Inzwischen ist es Dezember und es dauert nicht mehr lang, bis meine Zeit in England beginnt. Mit dem ersten Advent und dem Beginn der Vorweihnachtszeit bemerke ich nun auch, wie schnell die Zeit verflogen ist. In bald einem Monat fliege ich schon nach England – meine Aufregung und Vorfreude steigen von Tag zu Tag.

familie-marianneDie Vorbereitungen sind momentan noch sehr technisch; Versicherung, Bank, Abmeldungen hier und dort … Seit einer Woche stehen die Flugdaten fest und bald bekomme ich die Informationen zu meiner Gastfamilie und der Schule.

Vor einem Monat war das Vorbereitungsseminar in Köln. Dort habe ich die anderen Teilnehmer kennen gelernt und habe viele äußerst interessante Informationen und Hilfsmittel bekommen. Es ging von ganz elementaren Alltagsdingen wie Wäsche waschen und die Benutzung der Verkehrsmittel bis hin zu Landeskunde und Hilfestellungen zu Herausforderungen wie Heimweh. Das wahrscheinlich Wichtigste, das wir dort gelernt haben, war, dass es während des Austauschs keine Probleme sondern nur Herausfordungen gibt, die es zu bewältigen gilt.

Nun beginnt auch die Zeit, in der ich mich schon von Menschen,
die ich nicht so häufig sehe, verabschieden muss und bei allen Dingen, die ich neu anfange, überlegen muss, ob das noch zu schaffen ist und es sich überhaupt noch lohnt …In einer ruhigen Minute stelle ich mir manchmal den ersten Schultag oder die Ankunft in der Gastfamilie vor – alles ganz fremd. Und dann denke ich daran, wie es danach sein muss, wenn das, was einem so fremd erschien, dein Leben ist.

Obwohl ich weiß, dass ich meine Freunde und Familie, vor allem meine kleine Schwester, vermissen werde, freue ich mich schon riesig, in das mir noch Unbekannte zu reisen und England und seine freundlichen Menschen endlich richtig kennen zu lernen.

Rückblick auf meinen Austausch

Nun bin ich wieder in Deutschland und soll meine Eindrücke von meinen 3 Monaten in England in ein paar Sätze fassen. Das ist schwierig, die Zeit war sehr interessant, sehr vielseitig. Es war vielleicht nicht die beste Zeit meines Lebens, denn es ist wirklich eine große Herausforderung und oft nicht einfach sich ein neues Leben aufzubauen, trotzdem habe ich so viel Schönes und Spannendes erlebt. Das allgemeine Lebensgefühl ist einfach grundsätzlich anders wenn man in einem unbekannten Land wohnt, wenn man eine fremde Person ist und um einen herum nur bisher fremde Menschen sind.

Marianne und ihre Freundinnen während ihres Schüleraustauschs in England

Ich war auf der Plymouth High School for Girls und habe bei einer Familie ungefähr 20 min außerhalb des Stadtzentrums gewohnt. Die Schule ist eine Grammer School, das heißt, dass die englischen Schülerinnen einen recht anspruchsvollen Test machen müssen um aufgenommen zu werden. Die Schülerinnen waren sehr fleißig und ehrgeizig wodurch das Unterrichtsniveau sehr hoch war. Dennoch waren Sie sehr freundlich und hießen mich willkommen. Ich will aber auch nicht beschönigen, dass der Anfang hart war. Viele Mitschülerinnen waren nett, aber dadurch, dass schon einige andere deutsche Austauschschülerinnen vor mir da gewesen waren, sahen Sie mich eher als einen Ersatz oder eben „noch eine Deutsche die bald wieder geht“. Trotzdem konnte ich einige gute Freunde finden und auch mit den anderen Austauschschülern, die in Plymouth wohnten, war mir sehr geholfen. Wir unternahmen sehr lustige und spannende Sachen, gingen im Nationalpark wandern, shoppen in Exeter (der nächst größeren Stadt), und einmal sogar mit der Schule ins Parlament nach London.

Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase sah der Alltag auch bald ähnlich
Marianne im Dartmoor National Parkaus wie in Deutschland. Morgens recht früh aufstehen, meine Schule fingerst um 8:40 an, dann bis 15:30 Unterricht, danach entweder treffen mit Freunden oder Hausaufgaben machen. Montags besuchte ich das Plymouth Symphonic Orchestra mit welchem ich am Ende sogar noch ein Konzert spielen konnte. Alle zwei Wochen fuhr ich zum Geigenunterricht in die recht nahe liegende Stadt Totnes, was auch einen ganzen Nachmittag füllte.

Mit meiner Gastfamilie habe ich mich gut verstanden, konnte aber nicht ganz den Draht aufbauen, den ich mir gewünscht hätte. Dadurch, dass sie regelmäßig Gastschüler aufnehmen, war ich hier eher ein Gast auf Zeit.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich in England eine sehr lehrreiche Zeit voller neuer Eindrücke und Erfahrungen hatte, die mich viel über die Englische Kultur, genauso viel aber auch über die deutsche Kultur und mein eigenes Leben gelehrt hat. Ich habe gelernt, dass ein neues Leben nicht vom Himmel fällt, sondern dass es harte Arbeit ist, auf eigenen Beinen zu stehen und solche Herausforderungen zu meistern. Diese Erfahrung wird mich mein Leben lang begleiten und ich kann jedem nur empfehlen einen Auslandsaufenthalt zu machen.

Victoria Schur
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