Sörens Austausch in den USA

Hallo, ich bin Sören und ich gehe mit Partnership International e.V. für meinen Schüleraustausch in die USA. Ich werde regelmäßig hier darüber schreiben.

Unterschiede zwischen Deutschland und den USA

Für meinen vorletzten Erfahrungsbericht wurde ich darum gebeten, die größten Unterschiede zwischen Amerika und Deutschland zusammenzufassen. Da ich jetzt schon 8 Monate hier bin, ist mir aufgefallen, dass das vermutlich eine endlos lange Liste werden könnte. Aber man kann es ja mal probieren…

Bei einem Track MeetAls erstes die Schule. Man kann bei mir an der Schule die Klassen schon von Anfang an wählen. Man muss zwar verschiedene Klassen belegen aber man hat viel mehr Freiheiten als in Deutschland, was mir sehr gefällt, da man auch Klassen wie Photographie oder Computer Programming belegen kann. Dann natürlich die Lehrer. Ich habe den Eindruck bekommen, dass die Lehrer viel entspannter sind und das Schüler-Lehrer Verhältnis ganz anders ist. Der größte Unterschied ist jedoch der Sport. Seit ich hier bin, habe ich nie mehr als 1 Woche vom Training eine Pause gehabt. Zuerst Cross Country, und jetzt Track (Leichtathletik). Bei jedem Wettkampf den wir hatten fällt mir dieser riesige Unterschied dann noch mehr auf. Jeder feuert seine Schule an. Egal wer rennt, jeder feuert seine Schule an so gut es geht.

Mein Prom Date und ichDa ich in Arizona wohne, habe ich vermutlich mit dem größten Unterschied zu leben. Es ist eigentlich mehr eine Herausforderung. Die Hitze… Im Moment geht es noch. An einem warmen Tag hat es im April dann aber schon mal schnell 35 Grad mit Sonne. Als Sportler heißt das: Viel trinken. Ich wusste gar nicht, dass es möglich ist 4 LITER Wasser am Tag zu trinken. Jedenfalls schadet es definitiv nicht. Durch die Hitze in Arizona ist das Landschaftsbild auch ganz anders. Überall Kakteen und Sträucher und ganz viel Sand. Wie in der Wüste halt.

Ein weiterer Unterschied sind die Entfernungen. Letztes Wochenende sind ein Freund und ich zusammen fast 500 Kilometer Auto gefahren, um zu einem ziemlich coolen Damm zu kommen. Das klingt jetzt verrückt, war aber ein lustiger Ausflug.

Mein Weihnachten und Silvester in Amerika

soeren_1Mein Silvester in Amerika war – wenig überraschend – sehr anders als in Deutschland. In Deutschland hätte ich mich vermutlich mit Freunden getroffen und wir hätten zusammen ins neue Jahr gefeiert. Dieses Jahr war es allerdings anders. Schon sehr früh wurde ich von meinen Freunden von der Kirche abgeholt, da wir zum Neujahrstanz gehen wollten. Unsere Kirche hat so ca. alle 3 Wochen so einen Tanz. Der am 31. war allerdings am besten. Es war echt lustig, da über 300 Jugendliche dort waren.

Um Mitternacht habe ich dann allerdings doch ein wenig Heimweh bekommen. Allerdings auch nur kurz. Sonst hatte ich bis jetzt kaum Heimweh. Das hat mehrere Gründe. Ich probiere jeden Tag mit Freunden oder meiner Familie etwas zu unternehmen. Je mehr Ablenkung, desto weniger Heimweh ? Selbst an Weihnachten habe ich meine Familie nicht so richtig vermisst. Meine Gastfamilie gibt sich einfach so viel Mühe mit mir, und wir haben so viel Spaß zusammen.

An Weihnachten hat mir besonders gefallen, dass wir nur für eine Stundesoeren_6 in die Kirche gegangen sind anstatt für drei… Das war aber natürlich nicht das Beste. Am meisten hat mir der Weihnachtsbaum gefallen. Daheim waren wir eigentlich immer im Ski-Urlaub mit unserem Wohnmobil.

Da meine Gastfamilie sehr religiös ist, war dieses Jahr, glaube ich, das erste Jahr, in dem ich wirklich darüber nachgedacht habe, warum wir Weihnachten eigentlich feiern. Das war mal was Neues. Weihnachtslieder singen, gemeinsam die Bibel lesen und … ach ja. Überall bei uns im Haus hat meine Gastmutter alle verschiedenen Arten von Krippen („nativities“) aufgestellt.

soeren_4Das mit den Geschenken war dann aber doch das Beste an Weihnachten. Ich habe für meine Gastfamilie einen Kalender mit Bildern von uns erstellt, und der sieht auch noch richtig gut aus ?

Ich habe dann noch jedem in der Familie etwas geschenkt, das der oder die dann auch gut gebrauchen könnte. Für meinen Gastbruder Trainingsequipment, und meiner Gastmutter habe ich gaaaaanz viele Scheren geschenkt, da ich immer, wenn ich eine benutzen wollte, keine gefunden habe. Für meinen Gastvater gab es eine Amerikanische Flagge für den Vorgarten. Und noch ein paar Kleinigkeiten. Das Schenken hat mir echt Spaß gemacht. Bei uns war das nie wirklich was Großes in der Familie. Ich konnte außerdem endlich etwas alleine über Amazon bestellen ?

Santa Claus hatte mich aber auch nicht vergessen. Neben allerlei Kleinigkeiten, wie einer Frisbee, einem Baseball und einer Krippe, habe ich eine handgemachte Decke geschenkt bekommen. Das macht mich dann, glaube ich, ganz offiziell zu einem Ashcroft-Familienmitglied …

Tipps für zukünftige Austauschschüler

Die Zeit verfliegt viel zu schnell. Das heißt: Seid euch bewusst, dass ihr jeden Tag hier in Amerika nur EINMAL erlebt. Verschwendet keine Zeit am Handy oder sonst irgendwie. Nutz jeden Tag voll und ganz aus!!

Wartet nicht bis euch Leute ansprechen. Außer wenn du ein Schild um den Hals trägst wo draufsteht, dass du ein Austauschschüler bist, wird dich niemand beachte. Gehe offen auf Leute zu. Rede mit ihnen. Alleine wegen deinem Akzent werden dich die meisten liebenJ. Außerdem stelle dich darauf ein, dass du die verrücktesten Fragen beantworten werden musst. Wie zum Beispiel ob du eigentlich Deutsch sprichst.

Kommunikation um HERAUSFORDERUNGEN zu bestehen. Sobald du dich unwohl wegen was auch immer fühlst solltest du mit jemandem darüber reden. Am besten deiner Gastfamilie oder deinem Lokalem Ansprechpartner. Es gibt für alles eine Lösung und nichts ist nicht lösbar.

Mein Vorbereitungsseminar in Bad Honnef

soeren1Mein Vorbereitungsseminar fand in der Jugendherberge in Bad Honnef statt. Die Jugendherberge ist von innen genauso freundlich und offen, wie sie von außen aussieht. Um 15 Uhr startete das Programm zunächst mit Kaffee und Berlinern. Nach der Begrüßung durch die vier freundlichen Betreuer, die alle schon Auslandserfahrungen gemacht haben, starteten wir zunächst mit einem Spiel, um uns besser kennenzulernen: Der Lustige PI-Zug.

Direkt im Anschluss begann auch schon die erste „Session“ oder auch Unterrichtseinheit. Diese dauerten immer je nach Umfang eine bis zwei Stunden. Das gesamte Wochenende war in solchen Unterrichtseinheiten strukturiert, in denen wir alles Wichtige beigebracht bekommen haben, was erforderlich ist, um ein schönes und möglichst fettnäpfchenfreies Austauschjahr zu erleben: Von der Überwindung der bestehenden Klischees bis hin zur interkulturellen Kompetenz.

Die Sessions waren stets humorvoll und lehrreich. Die Teamer schafften es, für uns neue Herausforderungen, wie Heimweh oder Ausgrenzung durch von uns vorgeführte Rollenspiele näher zu bringen. Dadurch fanden wir selber heraus, wie man solche Herausforderungen am besten angeht und behebt.

Jeder Morgen startete mit einem Warm-up. Wie der Name schon sagte, sollten wir aufgeweckt werden. Zum Beispiel durch ein Spiel, in dem wir blind fangen gespielt haben und von einem Partner dirigiert wurden.

Auf die Frage, was mir in diesen zweieinhalb Tagen am besten gefallen hat, soeren2fallen mir ganz viele Sachen auf einmal ein. Eine der interessantesten Sessions war sicherlich die Session „Kommunikation und Austausch 2.0“. Wir sprachen dabei hauptsächlich über die Gefahren, aber auch die Möglichkeiten, die sich mit Social Media Apps wie Instagram, Snapchat & Co ergeben. Uns wurde deutlich, dass, auch wenn es hart ist, es wichtig ist bei Heimweh nicht unbedingt immer direkt mit Mama und Papa oder Oma und Opa zu telefonieren. Am besten sei es, zu probieren sich abzulenken oder mit der Gastfamilie über seine Sorgen zu sprechen.

Neben den konzentrationsfordernden Sessions gab es aber auch durchaus Möglichkeiten, den Kopf wieder frei zu bekommen. Hinter der Jugendherberge erwartete uns Teilnehmer ein Fußballplatz, der für viele lustige Momente sorgte. In der letzten Session machte uns einer der Betreuer auch noch einmal jede einzelne Etappe, von der Hin- bis zur Rückreise schmackhaft. Zum Beispiel unter anderem die Verabschiedung, das Einchecken und das erste Treffen mit der Gastfamilie.

Rückblickend auf das Seminar kann ich zusammenfassend sagen, dass es durchaus die Angst vor dem Ungewissen genommen hat, und alle Fragen, die ich noch hatte, und die, die ich noch nicht hatte, umfassend geklärt wurden. Ab jetzt beginnt also eine Phase der Vorfreude und der steigenden Nervosität auf das, was im folgenden Jahr auf mich zukommt.

Erwartungen an meinen Austausch

Von meinem Austauschjahr erwarte ich, dass ich meine Sprachkenntnisse in Englisch verbessere und hoffentlich danach fließend die englische Sprache spreche und verstehe. Ich bin aber auch sehr daran interessiert, einen Eindruck vom Land, Leuten und deren Kultur zu bekommen. Besonders freue ich mich darauf viel Neues auszuprobieren und hoffe, dass ich dadurch einen schönen Aufenthalt haben werden.

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Johanna Maurer
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