Paulines Austausch in England

Hallo, mein Name ist Pauline, ich bin 15 Jahre alt und ab September 2017 reise ich mit Partnership International e.V. nach England. Dort werde ich für 5 Monate bei meiner Gastfamilie leben und die britische Kultur kennenlernen, zur Schule gehen und auf viele neue Menschen treffen. Ich hoffe, dass ich so eine Menge toller Erfahrungen sammeln kann, die ich gerne mit euch teilen möchte!

Der erste Monat in England

Hallo, da bin ich wieder!

Mittlerweile habe ich Deutschland schon seit 4 Wochen hinter mir gelassen und lebe mit meiner Gastfamilie (einem älteren Ehepaar und ihrer Enkelin, 16 Jahre) in einem kleinen Ort an der südlichen Küste Englands. Was ich in den ersten Wochen erlebt habe, möchte ich euch gerne erzählen…

Nachdem ich die letzten Tage vor meiner Abreise mit meiner Familie und meinen Freunden verbracht hatte, ging es am 27. August zum Flughafen. Beim Abschied waren wir alle ein wenig aufgeregt, doch bereits zwei Stunden später landete ich auch schon in London. Eine vierstündige Busfahrt lag jetzt noch vor mir, genug Zeit um noch mal zu entspannen und meine Aufregung „runter zu fahren“. Es war ein wunderschöner, sonniger und warmer Tag, also relativ untypisch für England. Als ich dann endlich an meinem Zielort ankam, wurde ich sofort herzlich von meiner Gastmutter in Empfang genommen und all meine Bedenken waren sofort verschwunden. Auch zu Hause an der Tür begrüßten mich schon gleich mein Gastvater, meine Gastschwester und ihr zauberhafter Hund Jenson. Nach einer kurzen Hausbesichtigung – ich habe mein eigenes Zimmer im dritten Stock des Hauses – ging es gleich schon weiter, da wir zum Tee bei dem 18-jährigen Patenkind meiner Gastmuster, ihren Eltern und dem kleinen Hund Milo eingeladen waren. Sie wohnen in der gleichen Straße, nur wenige Meter entfernt. So erlebte ich also gleich meine erste britische Tee Time. Der Tee war köstlich und ich verliebte mich sofort in die Scones mit clotted Cream und Jam. So lernte ich also meine neue Familie kennen und der erste Tag in England ging zu Ende.

Da der Unterricht an dem College, welches ich besuchen sollte, erst in der
kommenden Woche beginnen sollte,blieb mir noch viel Zeit für erste Unternehmungen. So machte ich mit meiner Gastschwester und meinem Gastvater eine Fahrradtour ans Meer, führte den Hund Jenson spazieren, ging mit meiner Familie Brombeeren pflücken, aus denen wir später Marmelade und Crumble zubereiteten und wir besuchten die Freundin meiner Gastmutter, die in einem schönen, alten Cottage mit einem riesigen Garten lebt. Dort backten und kochten wir zusammen. Auch mit meiner Gastfamilie kochte ich regelmäßig und wir hatten lustige Abende mit Filmen und Serien. Ich ging mit meiner Gastschwester und deren Freunden shoppen oder erkundete die Umgebung auf eigene Faust. Auch mit dem Patenkind und ihrer Familie unternahm ich schon einige Ausflüge. So sah ich zum ersten Mal eine Eiskunstlauf Competition und ging in den Old Winchester Hills wandern.

Und so verging meine erste Woche und ich besuchte zum ersten Mal das College.

Als ich mich an der Rezeption meldete, waren alles sehr nett und hilfsbereit. Ich war auch gar nicht allein, eine Junge aus Deutschland und zwei Mädchen aus Italien waren ebenfalls da. Zuerst wurde uns die Schule gezeigt und schließlich wählten wir unsere Fächer. Ich habe mich für „Fine Arts, Graphic Design und Photography“ entschieden und ich bin sehr zufrieden damit. Die Fächer machen mir unheimlich viel Spaß. Gleich schon am ersten Tag besuchte ich den Photography-Kurs und durfte auch gleich mitarbeiten.

Meine Lehrer sind sehr nett und freundlich, wir dürfen sie mit ihrem Vornamen ansprechen, die Fächer sind interessant und es gibt eine große Auswahl an Freizeitangeboten. Sprachlich gab es bis jetzt noch keine großen Probleme. Wenn ich einmal was nicht verstehe, sind alle sehr nett und helfen mir. Leider hatte ich mit meinen Mitschülern außerhalb der Schule noch keinen Kontakt, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass sich das mit der Zeit noch entwickeln wird.

Ich fühle mich hier auf jeden Fall richtig gut aufgehoben. Schön ist
auch, dass meine Gastschwester und ihre Freunde aufs gleiche College gehen. Wir unternehmen recht viel zusammen, in der Schule aber auch in unserer Freizeit. Ich bin sehr glücklich, dass ich eine so nette Familie bekommen habe, die sich liebevoll um mich kümmert, so dass ich bis jetzt vom großen Heimweh verschont geblieben bin. Eine Sache bereitet mir allerdings noch Schwierigkeiten! Ich muss noch immer aufpassen, dass ich beim Überqueren der Straße nicht von einem Auto erwischt werde, weil ich immer zur falschen Seite schaue!

Das Vorbereitungsseminar

Die Zeit wird immer kürzer und mein Aufenthalt in England rückt immer näher. Immer mehr häufen sich die vielen unbeantworteten Fragen in meinem Kopf: Wie muss ich mich in meiner Gastfamilie verhalten? Worauf muss ich in der Schule achten? Und wie gehe ich mit Heimweh um? Doch all das sollte sich auf dem Vorbereitungsseminar in Bad Honnef vom 02. bis 04. Juni 2017 ändern.

Schon bei meiner Anreise machte ich die ersten Bekanntschaften mit anderen Teilnehmern. In der Jugendherberge angekommen, wurden wir alle herzlich von unseren vier Teamern begrüßt. Nachdem wir den Zimmern zugeteilt waren, fanden die ersten Gespräche rund um das Thema Auslandsjahr statt. Bei Kaffee und Kuchen folgten vielerlei nette Kennenlernspiele. Das Tolle war, dass wir eine gemischte Gruppe waren. So gab es Teilnehmer, die nach England gehen werden und andere für die USA.

Die kommenden Tage wurden in verschiedene Themengebiete aufgeteilt, den sogenannten „Sessions“. Einige davon behandelten Themen, wie z.B. Vorurteile und wie man mit ihnen umgeht, wie man sich im Ausland und seiner Gastfamilie verhält, wie man sich einer anderen Kultur anpasst ohne seine persönlichen Grenzen zu überschreiten, was man bei Heimweh unternimmt oder wie es auch für die Gastfamilie ist, einen Schüler aufzunehmen und mit welchem Aufwand es verbunden ist. Um das Ganze noch spannender zu gestalten, wurde jede Session mit Aufgaben verbunden, die das ganze Thema auflockern sollten. So entstanden immer wieder tolle Rollenspiele, die wir in verschiedenen Gruppen erarbeiteten und aufführten. Wir erstellten tolle Schaubilder, schauten Kurzfilme oder führten spannende Diskussionen bei denen wir uns in ganz neue Rollen hineinversetzten.

Der Großteil der Sessions fand zusammen mit den Teilnehmern der USA und England statt. Doch es gab auch Sessions, in denen ausschließlich über das jeweilige Gastland gesprochen wurde. In meinem Fall war das England. Wir sprachen über Politik, Schule, Essen, Traditionen und vieles mehr. Eben alles was man über England wissen sollte.

Besonders schön war es am Samstagabend. In der Jugendherberge gab es einen Raum ausgestattet nur mit Sofas und gemütlichen Sitzecken. Dort berichteten uns unsere Teamer, alle selbst ehemalige Auslandsschüler, über ihre Erfahrungen, die sie bei ihrem Aufenthalt gemacht hatten. Sie zeigten uns Fotos und wir bekamen viele hilfreiche Tipps. Am Sonntag folgte der große Abschied und alle waren irgendwie traurig, dass das Seminar schon vorbei war. Die letzte Session sollte uns nochmal Schritt für Schritt den Weg von zu Hause, zum Flughafen bis zur Gastfamilie näherbringen. Für uns alle ein guter Abschluss, um letzte Fragen zu klären und die Aufregung zu senken.

Erwartungen und Vorstellungen

pauline2Der Abreisetermin rückt immer näher und die Aufregung wächst. Schon bald werde ich meine neue Gastfamilie kennenlernen und eine englische Schule besuchen. Ich kann es kaum erwarten, auf neue Menschen zu treffen und endlich den britischen Alltag hautnah mitzuerleben. Besonders gespannt bin ich auf das britische Weihnachts- und Neujahrsfest und die fremden Traditionen. Ich hoffe, dass ich viele neue Erfahrungen bei meiner Gastfamilie sammeln kann, welche mich auf meinem weiteren Lebensweg begleiten werden. Auf der anderen Seite wünsche ich mir, dass auch ich meiner Gastfamilie mein Leben hier in Deutschland näherbringen kann und sich Freundschaften ergeben, die auch über meinen Aufenthalt hinaus bestehen bleiben.

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Auch wenn es ein großer Schritt für mich ist, sehe ich es als meine Herausforderung, diesen zu meistern. Am meisten vermissen werde ich wohl meine Freunde und meine Familie und natürlich meine tolle Faustballmannschaft, mit der ich schon so viel erlebt habe.

Für die Zeit nach meinem Austausch wünsche ich mir, dass ich natürlich die englische Sprache besser beherrsche und ich durch die vielen neuen gesammelten Eindrücke vieles aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann. Ich freue mich auf eine wunderschöne Zeit mit meiner Gastfamilie und kann es kaum erwarten, dass es bald losgeht…

Victoria Schur
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