Der Beginn meines Schüleraustauschs

Hallo liebe PI Community! 

Ich bin jetzt genau einen Monat in Nebraska, im sogenannten Cornhusker State, und was ich schon alles erlebt habe, ist einfach unglaublich. Auch wenn ich schon einen Monat hier bin, fühlt sich alles noch surreal an. Die Gründe dafür beschreibe ich euch im Folgenden. 

Die Anreise 

Alles ist gepackt und alle Dokumente verstaut. Los geht die Reise! Ich bin morgens mit meiner Familie nach Frankfurt gefahren, um in meinen über drei Stunden verspäteten Flieger zu steigen. Doch nach langem Warten, der Verabschiedung und nochmals langem Warten war ich endlich in der Luft. Nach etwa 9 Flugstunden hatte ich noch einen Zwischenstop in Chicago, bei dem ich erneut drei Stunden Verspätung hatte. Das war Glück im Unglück, denn so verpasste ich nicht meinen Anschlussflug. Die Einreise in die USA verlief vollkommen problemlos und mein Visum, meine Unterlagen sowie mein Gepäck wurden direkt akzeptiert. 

Nach 24 Stunden Reisezeit kam ich dann endlich in der Ankunftshalle in Lincoln, der Hauptstadt des Bundesstaats Nebraska, an, wo meine Gastmutter mit einem großen „Welcome to the USA“ Schild in den Nationalfarben auf mich wartete. Ich habe mich riesig gefreut und zu Hause lernte ich auch direkt Maverick kennen, meinen neuen Mitbewohner, einen Australian Shepherd. Außerdem stand in meinem Zimmer noch ein großer Willkommenskorb mit einer Vielzahl typischer Dinge aus Nebraska, einem Blumenstrauss mit blauen, weißen und roten Blumen sowie einem Kuchen mit Charlotte darauf. Was soll ich sagen: Ich war überwältigt!

Das Kennenlernen 

Da ich circa zehn Tage vor Schulbeginn angekommen bin, konnte ich mich gut in meinem neuen zu Hause einleben. Ehrlich gesagt, es konnte gar nicht besser sein. Ich habe mich sofort mit meiner Gastmutter und ihrem Hund verstanden und ich fühle mich seit dem ersten Tag richtig wohl. Meine Gastmutter hat mir erstmal ein wenig die Stadt Lincoln gezeigt, die Nachbarschaft vorgestellt und wir haben in den ersten Tagen sogar schon ein deutsches Gericht aus dem Rezeptbuch, das ich ihr geschenkt habe, gekocht. Unser erster Austausch unterschiedlicher Traditionen hat richtig Spaß gemacht!

Außerdem hat meine Gastmutter eine kleine Willkommensparty für mich organisiert und ich konnte schon direkt einige sehr nette Menschen kennenlernen, die mich mit offenen Armen sehr freundlich begrüßten und mir sogar Geschenke mitgebracht hatten. Erneut konnte ich über diese unglaubliche Gastfreundschaft nur staunen.

Die ersten Schultage 

Meine ersten Schultage waren sehr aufregend! Man kennt anfangs wirklich niemanden und die vielfältigen Angebote der Fächer sind unglaublich. Es gibt Fächer, die wählt man für ein Quartal, andere kann man das ganze Halbjahr oder Schuljahr wählen. Die Counsellor an der Schule waren sehr nett und hilfsbereit und schnell hatte ich schließlich spannende Fächer ausgewählt. Auch wenn man zunächst niemanden kennt, habe ich direkt ein paar Leute angesprochen und mich gut mit ihnen verstanden.

Außerdem bin ich dem Cross Country Team meiner Schule beigetreten, was ich jedem empfehlen kann. Dort habe ich auch schon schnell Freunde gefunden. Tipp: Versucht unbedingt, in eine der Schulmannschaften zu kommen. Das öffnet euch viele Türen und ihr findet schnell Kontakte. 

Mein Alltag 

Mein Alltag hier in den USA unterscheidet sich wirklich sehr zum Alltag in Deutschland. Ich habe jeden Tag von 8:00 Uhr bis 15:00 Uhr Schule und nur eine 30-minütige Mittagspause. Außerdem hat man an unserer Schule jeden Tag die gleichen Fächer und nicht viele verschiedene über die Woche verteilt. Nach der Schule gehe ich täglich für 2 Stunden zum Cross Country Training. Das ist wohl einer der größten Unterschiede hier. In Deutschland würde man nachmittags oder abends in seinen Verein gehen, um Sport zu treiben, aber hier hat man wirklich jeden Tag das Hobby, das man gewählt hat. Das ist einerseits manchmal echt anstrengend, macht aber auch total Spaß!

Außerdem gehe ich zu Football- und Volleyballspielen meiner Schule. Das ist eines der besten Dinge am amerikanischen Sportsystem und dort lernt man auch viele neue Leute kennen und kann den Support der Schulmannschaften und die Sportbegeisterung in den USA richtig erleben. Tipp: Fragt frühzeitig nach, welche Schulteams und Sportarten angeboten werden. Es gibt sogenannte Tryouts, bei denen festgestellt wird, ob man aufgenommen werden kann.

Hürden und Unterschiede 

Ich würde sagen, dass eine Hürde am Anfang die Aufregung vor der neuen und großen Schule war, sich während der Lunch-Pausen einfach zu Leuten zu setzen, oder im Unterricht etwas beizutragen. Man versteht sich zwar schnell mit vielen Mitschülerinnen und Mitschülern gut, aber es ist anfangs natürlich nicht wie mit den besten Freunden in Deutschland. Doch ich kann euch versichern: Nach einiger Zeit versteht man sich immer besser mit anderen Schülern und vor allem der Sport verbindet schnell.

Einer der größten Unterschiede sind definitiv die Klimaanlagen! Meine ganze Schule hat Klimaanlagen, selbst die Sporthalle ist klimatisiert. Während andere in kurzer Hose und T-Shirt sind, sitze ich manchmal im Pulli da. Doch nach ein paar Wochen habe ich mich auch daran gewöhnt. 

Die Nebraska Huskers 

In Nebraska ist College Football und Volleyball weit mehr als nur eine Sportart. Die Fans supporten ihre Teams überall und wenn mal ein Spiel stattfindet, dann sieht man überall nur rote T-Shirts. Husker-Volleyball zieht nicht nur Fans innerhalb von Nebraska an, sondern auch außerhalb. Für ein Volleyballspiel der erfolgreichen Damenmannschaft bin ich mit meiner Gastmutter sogar letztes Wochenende acht Autostunden bis nach Chicago gefahren, um das Volleyballspiel mit über 45.000 Fans anzuschauen.

Und obwohl das Spiel circa 780 km weit weg von Nebraska stattfand, war das Stadion voller Nebraska Fans, die in den Farben der Huskers jubelten. Wir hatten eine tolle Zeit in Chicago und man hat wirklich gesehen, dass Volleyball nicht nur erfolgreich, sondern auch ein Symbol für die Menschen in Nebraska ist!

Vorfreude 

Manchmal vermisse ich natürlich meine Familie, da vieles, vor allem am Anfang wirklich stressig und aufregend war. Trotzdem bin ich sehr dankbar dafür, dass ich so etwas erleben darf und ich jetzt schon so viele tolle Erinnerungen habe! Ich freue mich schon sehr auf die kommenden Monate, da dann Homecoming und viele andere tolle Ereignisse anstehen. 

Bald hört ihr wieder von mir! 

Liebe Grüße aus Lincoln, Charlotte