Informationen zum Schüleraustausch für Lehrer

Vor rund 55 Jahren wurde Partnership International e.V. von Pädagogen aus den USA und Deutschland als Verein zur Förderung interkultureller Begegnungen gegründet. Lehrer sind auch heute noch einer der wichtigsten Partner, wenn es darum geht, Austauschprogramme erfolgreich zu gestalten. Wir möchten Ihnen und Ihren Kollegen deshalb auf diesen Seiten einen Einblick in das Themengebiet Schüleraustausch geben. Gleichzeitig geben wir Ihnen gerne einen Überblick, wie wir als Verein Sie und Ihre Schule im Bereich Schüleraustausch unterstützen können.

Ein Schüleraustausch macht jungen Menschen nicht nur Spaß. Ein mehrwöchiger oder auch mehrmonatiger Auslandsaufenthalt während der Schulzeit bringt Schülern vor allem wichtige neue Erfahrungen. Indem Jugendliche andere Menschen, Länder und Kulturen kennenlernen, entwickeln sie Toleranz, Aufgeschlossenheit und Respekt. Ein Schüleraustausch stellt damit einen besonders wertvollen Beitrag zur Entwicklung von interkultureller Kompetenz dar. Austauschschüler meistern in der fremden Umgebung die Herausforderung, sich einer anderen Kultur und Lebensweise anzupassen. Sie entwickeln selbstständig Strategien für den Aufbau neuer Freundschaften, die Eingewöhnung in einem fremden Schulsystem und auch das Zusammenleben mit einer Gastfamilie.

Dies sind Eigenschaften, die für das spätere Studium und auch für ein erfolgreiches Berufsleben in einer globalisierten Welt besonders wertvoll sind. Nicht zuletzt werden die Fremdsprachenkenntnisse durch den täglichen Umgang mit der englischen Sprache sehr stark gefördert. Die überwiegende Zahl der Austauschschüler bringt aus ihrem Schüleraustausch eine fließende Sprachbeherrschung in Englisch mit zurück. Als gemeinnütziger Verein ermöglichen wir bereits seit mehr als 55 Jahren interkulturelle Begegnungen durch Austauschprogramme für Jugendliche und Familien. Unsere Programme überzeugen durch ihre hohe Qualität: Wir legen großen Wert auf eine gute, persönliche Betreuung unserer Schüler, ihrer Eltern und unserer Gastfamilien.

Seit der Verkürzung der Schulzeit im Rahmen von G8 wird sicherlich auch Ihnen immer häufiger die Frage gestellt, ob ein Austausch überhaupt noch sinnvoll oder gar möglich ist. Grundsätzlich heißt die Antwort hier immer noch „Ja“. Auch wenn es in manchen Fällen nicht die Möglichkeit gibt, nach dem Auslandsaufenthalt direkt in die nächste Klassenstufe vorzurücken, ist ein Schuljahr im Ausland für Schüler niemals ein verlorenes Jahr. In vielerlei Hinsicht ist der Schüleraustausch vielmehr ein Gewinn für die persönliche Entwicklung.

Sie als Lehrer stehen vor der Herausforderung, Ihre Schüler in Hinblick auf den richtigen Zeitpunkt eines Auslandsaufenthaltes zu beraten. Gerne möchten wir Ihnen für dieses Thema eine Orientierungshilfe geben. Welche Möglichkeit für Ihre Schüler die Richtige ist, hängt darüber hinaus natürlich auch von individuellen Aspekten, wie der Fächerwahl und der grundsätzlichen schulischen Leistung ab.

Konkret gibt es aber folgende Möglichkeiten, einen Schüleraustausch in die Schullaufbahn der gymnasialen Oberstufe zu integrieren:

  • Ihr Schüler startet nach der neunten Klasse in seinen Schüleraustausch und verbringt die zehnte Klasse komplett im Ausland. Nach seiner Rückkehr kann er entweder zu Beginn der zehnten Klasse wieder einsteigen oder er rückt bei gegebenen schulischen Leistungen direkt in die elfte Klasse vor.
  • Ihr Schüler startet nach der zehnten Klasse in seinen Schüleraustausch und steigt nach seiner Rückkehr in der elften Klasse wieder ein. Er schiebt also ein zusätzliches Schuljahr im Ausland in seine Schullaufbahn ein. Eine Anerkennung der im Ausland erbrachten Leistungen ist in diesem Fall meist ausgeschlossen.
  • Teilweise ist es auch möglich, sich die elfte Klasse im Ausland trotz Schulzeitverkürzung anrechnen zu lassen. Dies regelt jedoch jedes Bundesland unterschiedlich.

Über die jeweilige Regelung in Ihrem Bundesland informiert der Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA) auf seiner Internetseite. Der AJA ist ein Dachverband für gemeinnützige Jugendaustauschorganisationen, dem auch Partnership International e.V. angehört. Der Dachverband setzt sich für eine Vereinheitlichung der Anerkennung von Austauschprogrammen in den einzelnen Bundesländern ein.

Als gemeinnützige Organisation arbeiten wir nicht gewinnorientiert. Alle erwirtschafteten Überschüsse fließen direkt in unsere Programme und in Stipendien für Schüler, die sonst nicht an einem Austausch teilnehmen könnten. Aus unseren Vereinsmitteln vergeben wir jedes Jahr Teilstipendien im Wert von rund 20.000 Euro. Bei der Vergabe der Stipendien achten wir auf die Motivation der Schüler und die Begeisterung der Jugendlichen für ihr Gastland und die Idee des interkulturellen Austauschs. Eine wichtige Rolle spielt darüber hinaus die finanzielle Situation der Familie. Denn mit unseren Teilstipendien möchten wir Schülern aller Gesellschaftsschichten und mit verschiedenen finanziellen Hintergründen an der bereichernden Erfahrung eines Schüleraustauschs teilhaben lassen.

Neben unseren Vereinsstipendien betreuen wir auch jedes Jahr Jugendliche aus ganz Deutschland, die am Parlamentarischen Patenschafts-Programm teilnehmen. Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ist ein gemeinsames Stipendienprogramm des Deutschen Bundestags und des US-Kongress. Es ermöglicht durch die Vergabe von Vollstipendien jedes Jahr rund 360 Schülern und jungen Berufstätigen aus Deutschland einen zehnmonatigen Schüleraustausch in den USA. Ausgewählt werden die Stipendiaten pro Wahlkreis durch ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Mehr Informationen zum Parlamentarischen Patenschafts-Programm erhalten Sie auf der Internetseite des Deutschen Bundestages: www.bundestag.de/ppp

Für viele Ihrer Schüler kann ein kürzerer Auslandsaufenthalt in den Oster-, Sommer- oder Herbstferien eine passende Alternative zum längerfristigen Schüleraustausch sein. Diese Kurzzeitprogramme eröffnen Schülern zwischen 13 und 18 Jahren die Möglichkeit, für einen kürzeren Zeitraum das Leben in den USA kennenzulernen. In den Oster- oder Herbstferien besuchen die Schüler für drei Wochen eine High School, leben in Gastfamilien und lernen auf Ausflügen mit anderen Austauschschülern eine bestimmte Region der USA kennen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Sommerferien bei einer amerikanischen Gastfamilie zu verbringen und einen intensiven Einblick in das Alltagsleben in einer bestimmten Region der USA zu erhalten.

Für die Kurzzeitprogramme spricht vor allem der zeitliche Aspekt, der für Schüler und Eltern immer mehr zum Entscheidungsgrund gegen einen längerfristigen Schüleraustausch wird. Die Teilnahme an einem Kurzzeitprogramm beschränkt sich bei Partnership International auf drei Wochen in den Oster- und Herbstferien. Die Programme in den Sommerferien können bis zu sechs Wochen dauern. Dabei verlieren die Teilnehmer kaum Zeit an der deutschen Schule. Auch die finanzielle Belastung für die Familien der Schüler ist bei kürzeren Programmen geringer. Die Jugendlichen haben aber trotzdem die Chance, wichtige interkulturelle Erfahrungen zu machen.

Auch für Ihre Schulgemeinschaft kann ein kürzerer Schüleraustausch von großem Interesse sein. Sie haben Kontakt zu einer Schule in den USA, England oder Irland und möchten gerne ein gegenseitiges Austauschprogramm für Schüler der beiden Schulen etablieren? Wir unterstützen Sie gerne beim Aufbau eines gegenseitigen Austauschs und nehmen Ihnen die organisatorische Arbeit ab. Als Verein für Schüleraustausch unterstützen wir Sie bei der Erarbeitung eines Programms, übernehmen für Sie die Flugbuchung und die Versicherung für Schüler und Betreuer. Wir stehen Ihnen bei der Vorbereitung der Schüler und auch bei der Kommunikation mit Schülern und Eltern vor und während des Programms zur Seite. Gerne können Sie mit uns Kontakt aufnehmen, wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit im Bereich Kurzzeitprogramme haben. Als Ansprechpartnerin steht Ihnen Marieke Boin Soares gerne zur Verfügung.

Gegenseitigkeit im Austausch ist für uns von Partnership International ein wichtiges Thema. Denn auch hier in Deutschland sollen interkulturelle Begegnungen für Schüler möglich sein. Auch an Ihrer Schule kann durch die Aufnahme eines Gastschülers Internationalität und Interkulturalität für Jugendliche zum (all)täglichen Thema werden. Wir möchten Ihnen einen Einblick geben, wie ein Austauschprogramm hier in Deutschland abläuft und wie Sie als Schule Teil eines solchen Programms sein können.

Welche Schüler kommen mit Partnership International nach Deutschland?

Mit Partnership International kommen jedes Jahr rund 70 Austauschschüler aus den USA, Kolumbien und Thailand nach Deutschland, um hier einen fünf- oder zehnmonatigen Schüleraustausch zu verbringen. Die Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren leben in Gastfamilien und besuchen als reguläre Schüler den Unterricht einer weiterführenden Schule. Auch Ihre Schule hat die Möglichkeit einen oder mehrere unserer Gastschüler in Ihrer Schulgemeinschaft willkommen zu heißen.

Wie kann unsere Schule den Gastschüler am besten in den Unterricht integrieren?

Unsere Gastschüler nehmen an einem akademischen Austauschprogramm teil und sind deshalb alle schulpflichtig. Sie freuen sich darauf, an ihrer Gastschule in den Unterrichtsalltag integriert zu werden. Darum sollten Sie den Gastschüler hinsichtlich der Pflichtfächer und Wochenstundenzahl den deutschen Klassenkameraden gleichstellen. Je nach Kenntnisstand der deutschen Sprache besuchen die Gastschüler Klassen bzw. Kurse der Stufen 9 bis 12. Wenn die Möglichkeit besteht, ist für den Gastschüler auch eine flexible Stundenplangestaltung sinnvoll. So könnte zum Beispiel das Fach Deutsch in Stufe 10 und Englisch in Stufe 12 besucht werden.

Da die Gastschüler nach ihrem Aufenthalt in Deutschland ihre Schullaufbahn in ihrer Heimat fortsetzen, benötigen die meisten unter ihnen auch einen Nachweis über ihre Schulzeit in Deutschland. Bei der Notenfindung geben wir zu Bedenken, dass die Muttersprache der Gastschüler nicht Deutsch ist. Daher bitten wir um eine Rückmeldung zu den sprachlichen Fortschritten der Schüler, um gegebenenfalls unterstützen zu können.

Als besonders hilfreich hat es sich erwiesen, wenn eine Lehrerin oder ein Lehrer des Fachbereichs Englisch die Betreuung und Beratung des Gastschülers an der Schule übernimmt. Die internationalen Unterschiede der Schulsysteme sind gravierend, so dass gerade in den ersten Wochen Hilfestellung wertvoll ist.

Wie gut sind die Deutschkenntnisse der Gastschüler?

Die Kenntnisse in Deutsch sind bei unseren Gastschülern sehr unterschiedlich. Manche Schüler haben schon an ihrer Schule im Heimatland seit Jahren Unterricht im Fach Deutsch. Andere Schüler bereiten sich vor Beginn ihres Auslandsaufenthaltes durch die Teilnahme an einem Sprachkurs selbstständig vor. Wir achten bei der Annahme von Bewerbungen deshalb auch sehr streng auf die schulischen Leistungen und den Lernwillen der Gastschüler. Darüber hinaus ist es uns wichtig, dass alle Gastschüler mit geringen Vorkenntnissen, sich vor Beginn ihres Schüleraustauschs intensiv mit der deutschen Sprache beschäftigen.

Deshalb nehmen unsere Gastschüler nach ihrer Ankunft in Deutschland an einem vierwöchigen Sprach- und Kulturkurs teil und erhalten in diesem Zeitraum täglichen Unterricht in Deutsch. Trotz dieser intensiven Vorbereitung sind sprachliche Missverständnisse vor allem zu Beginn des Aufenthaltes ganz normal. Sie als Gastschule können Ihren Gastschüler bei diesen anfänglichen Herausforderungen begleiten und unterstützen, indem Sie ihm zum Beispiel einen Schüler- und/oder einen Lehrerpaten zur Seite stellen. Sie können Ihrem Gastschüler auch ein zusätzliches Angebot zum Deutschlernen zur Verfügung stellen.

Wie unterstützt Partnership International uns als Gastschule?

Wir von Partnership International kümmern uns als betreuender Verein während des Austauschjahres intensiv um unsere Gastschüler und deren Gastfamilien. Jeder Schüler hat vor Ort einen ehrenamtlichen Betreuer, der regelmäßig mit dem Schüler und auch mit der Gastfamilie in Kontakt steht. Darüber hinaus halten die Betreuer auch Kontakt zu den Gastschulen, und sind so auch für Sie der erste Anlaufpunkt für Fragen und die kleinen und größeren Sorgen. Aber natürlich können Sie sich als Gastschule während der üblichen Bürozeiten auch jederzeit an die hauptamtlichen Mitarbeiter in der Geschäftsstelle von Partnership International wenden.

Ihre Schule hat Interesse, einen Austauschschüler willkommen zu heißen? Dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf oder wenden Sie sich direkt an Lena Schlenzka, die für die Betreuung unserer internationalen Gastschüler und deren Gastfamilien in Deutschland zuständig ist.

Wir von Partnership International e.V. kommen auch gerne an Ihre Schule, um Ihren Schülern und deren Eltern einen Einblick in die Möglichkeiten des interkulturellen Austauschs zu geben. Terminlich sind wir flexibel und richten uns daher bei Datum und Zeitpunkt vollkommen nach Ihnen. Auch bei der Gestaltung eine Informationsveranstaltung gehen wir auf Ihre Vorstellungen ein.

Aus Erfahrung können wir sagen, dass Eltern ein ebenso großes Interesse am Thema Schüleraustausch haben wie ihre Kinder. Deshalb ist eine Abendveranstaltung die sinnvollste Lösung, um sowohl Schüler als auch Eltern einladen zu können.

Folgendermaßen könnte ein Informationsabend zum Schüleraustausch an Ihrer Schule aussehen:

  • Allgemeine Einführung in das Thema Schüleraustausch und die verschiedenen Möglichkeiten ins Ausland zu gehen anhand einer Power-Point-Präsentation durch Partnership International
  • Vorstellung der schulischen Voraussetzungen durch einen Lehrer Ihrer Schule
  • Bericht von ehemaligen Teilnehmern unserer Austauschprogramme oder auch Schülern Ihrer Schule, die selbst im Ausland waren.
  • Fragerunde mit Schülern und Eltern moderiert durch Partnership International oder einem Lehrer Ihrer Schule

Wenn Sie Interesse an einer Informationsveranstaltung zum Thema Schüleraustausch haben, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme Ihrerseits. Gerne können Sie sich auch direkt an Johanna Maurer wenden, die bei Partnership International für die Organisation von Informationsveranstaltungen zuständig ist.

Johanna Maurer
Bei Fragen helfe ich
gerne weiter!
Telefon: 0221-913 97 33
Marieke Boin Soares
Bei Fragen helfe ich
gerne weiter!
Telefon: 0221-913 97 33
Lena Schlenzka
Bei Fragen helfe ich
gerne weiter!
Telefon: 0221-913 97 33