Vom Schüleraustausch zum Studium

Schon seit meinen frühesten Kindheitserinnerungen habe ich mir vorgestellt, eines Tages in den USA zu sein, sei es als Austauschschüler, Student oder Tourist. Mir war klar, dass ich dieses „American Feeling“ irgendwann selbst erleben wollte. Nie hatte ich mir jedoch das Ziel gesetzt, mir dort auch ein Leben als Student aufzubauen. Seit rund zwei Wochen ist genau das für mich Realität: Ich studiere an der Appalachian State University in North Carolina.

Wie alles begann: Mein Schüleraustausch

Die Idee, mich für ein PPP-Stipendium zu bewerben, bekam ich im Deutschunterricht von einer Freundin. So konnte ich mir zum ersten Mal in meinem Leben das Ziel setzen, ein Jahr in den USA zu verbringen. Ein paar Monate später kam endlich die Bestätigung: Ich wurde für das 42. PPP-Programm ausgewählt. Dabei wusste ich zunächst nicht, in welchen State es gehen würde: doch gerade dieses Unwissen sorgte für zusätzliche Spannung. Als ich schließlich wenige Tage vor dem Abflug erfuhr, dass meine Gastfamilie in North Carolina lebt, war die Freude riesig.

Das Austauschjahr hat mir unglaublich viel Lebenserfahrung und die Möglichkeit gegeben, mich weiterzubilden, vor allem aber neue Kontakte zu knüpfen. Rückblickend sind es wirklich die Menschen, die im Sinn bleiben, wenn ich an das Jahr zurückdenke, nicht unbedingt die Unterschiede im Alltag. Klar, vieles war neu – die riesengroßen Walmarts oder die vielen Autofahrten, die im Alltag nötig sind–, aber im Endeffekt war mir das nicht wichtig.

Entscheidend waren es meine Freundschaften, vor allem mit Paul, meinem Kumpel an der High School Woods Charter: Als er mich zu seiner College Tour einlud, sah ich das zunächst nur als Gelegenheit, Zeit mit ihm zu verbringen und die Wälder Tennessees zu erleben. Dabei bekam ich aber auch einen Einblick in das College-Studentenleben in den USA. Je mehr ich von den Studentenmengen, den riesigen Dining Halls und den Dorms sah, in denen alle Studenten lebten, desto stärker wurde mein Fernweh. Ich wusste: Genau das war eine Erfahrung, die ich selbst erleben wollte.

Der Weg zum Studium

Nicht lange nach diesem Wochenende begann ich, mich zu bewerben. Meine High School war eine unglaubliche Hilfe und unterstützte mich ebenso wie meine beiden Familien in den USA und in Deutschland. Nach meiner Rückkehr im Juni bekam ich einige Wochen später in Düsseldorf die Bestätigung, dass ich an der Appalachian State University angenommen wurde. Am selben Tisch, an dem ich ein Jahr zuvor meine PPP-Bestätigung erhalten hatte, las ich nun mit meinen Eltern diese E-Mail– mit derselben Aufregung wie beim ersten Mal.

Momentan bin ich in der zweiten Woche meines Wirtschaftsstudiums und fühle mich unglaublich wohl. So langsam beginnt sich eine Community zu bilden, und ich kann mir schon gut vorstellen, wie die nächsten Jahre aussehen werden.

Diesmal weiß ich aber ganz genau, worauf ich mich am meisten freuen werde, neben dem College-Feeling, dem Unterricht und den Football Games ist es etwas, das mir das Jahr zuvor beigebracht hat: die tollen Menschen und Kontakte, die ich knüpfen werde.

Ich bedanke mich hiermit bei PI für die Unterstützung bei der Vorbereitung und während des Auslandsjahres, sowie bei Frau Sara Nanni von den Grünen für meine Nominierung zum PPP-Programm.

Atanas