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Vor 4 Wochen ging es los in den Flieger nach Irland. Die letzten Tage vor meiner Abreise habe ich mit meiner Familie und Freunden verbracht und allen Tschüss gesagt. Meine Großeltern waren nochmal für ein Wochenende da und mit meinen Freunden war ich noch mal richtig lecker essen 🙂
Zusammen mit zwei anderen Austauschschülern bin ich von Berlin aus geflogen. In Dublin angekommen, habe ich nochmal alle anderen Austauschschüler hier in Irland getroffen. Gemeinsam sind wir mit einem Reisebus nach Wexford gefahren, wo wir alle von unseren Gastfamilien abgeholt wurden. Wir Austauschschüler kannten uns alle schon vom Vorbereitungsseminar, deswegen war es noch mal eine coole Zeit zusammen. Wir waren alle ein bissle aufgeregt vor dem ersten Treffen mit unserer Gastfamilie. In Wexford angekommen, wurde ich von meiner Gastmutter abgeholt, sie war sehr nett.
Meine Gastfamilie und mein neuer WohnortIch wohne mit meiner Gastfamilie in New Ross, das ist eine kleine Stadt zwischen Wexford und Waterford. Die Stadt ist klein, aber man hat eigentlich alles, was man so braucht.
Mein großer Gastbruder (16 Jahre) spielt Hurling im Verein und da waren wir gleich am Samstag nach meiner Anreise bei einem Spiel. Hurling ist eine Mischung aus Hockey, Rugby und Fußball. Es ist ziemlich unübersichtlich und kompliziert: Ich war jetzt schon bei drei Hurlingspielen und ich hab die Regeln immer noch noch nicht ganz verstanden.
Zu meiner Gastfamilie gehört noch mein kleiner siebenjähriger Gastbruder, der ist sehr wild und gesprächig. Er spielt die ganze Zeit Fußball und quatscht immer vor sich hin. Ich fühle mich sehr wohl in meiner Gastfamilie. Meine Gastmutter will immer, dass es uns gut geht, ich bin hier gut aufgehoben 🙂
Meine irische SchuleAm Montag nach meiner Anreise war dann der erste Schultag für mich. Ich brauche nur 15 Minuten zu Fuß in die Schule, aber am ersten Tag hat mich meine Gastmutter zur Schule gefahren. Ich besuche hier das Transition Year (TY), das ist hier in Irland ein optionales Jahr, was man wählen kann. Das TY ist ein berufsorientierendes Jahr und wir machen zwar auch klassischen Unterricht wie Mathe oder Englisch, aber ich habe hier auch ein großes Spektrum an sehr verschiedenen und nicht so klassischen Fächern, wie man sie in Deutschland kennt. Ich habe zum Beispiel Chinesisch und Kochen.
Außerdem wechseln die Fächer in einem Rhythmus von 3 Monaten oder 10 Wochen, das bedeutet, dass ich im Verlauf des Jahres noch viele weitere Fächer kennenlernen werde. Ich finde dieses Konzept echt gut, weil man so viele verschiedene Sachen kennenlernt und es kommen auch immer wieder neue Sachen hinzu. Generell ist das TY nicht besonders auf Leistung und Noten angelegt, sondern eher darauf, Verschiedenes kennenzulernen oder zu testen. Das finde ich sehr gut, weil ich nicht in Irland bin, um irgendwelche Prüfungen zu bestehen, sondern um Neues zu entdecken und Dinge auszuprobieren. Im Sience Unterricht machen wir zum Beispiel endlich mal Experimente, die wir sonst nicht machen durften – wie zum Beispiel das Herstellen von Elefantenzahnpasta oder letzte Woche haben wir ein Papierflieger Wettbewerb in der Turnhalle gemacht.
Ein weiteres Highlight des Transition Years sind die vielen Aktionen, die wir machen. Letzte Woche war jemand vom irischen Fecht-Verband da und wir haben gelernt, wie Fechten funktioniert, wie man angreift und pariert und was alles zu Schutzkleidung dazugehört. Das war sehr cool, aber auch sehr anstrengend, weil man in den vielen Schichten des Schutzanzuges echt viel schwitzt. Die beste Aktion war bisher der Trip nach Achill Island. In der zweiten Woche sind wir über zwei Nächte nach Achill Island gefahren. Achill Island liegt im Norden von Irland an der Westküste und gilt als einer der schönsten Inseln Irlands. Die Natur war wirklich sehr schön da. Wir waren Klippenspringen im Atlantik, sind in einem Bach so kleine Slides (Rutschen) gerutscht und wir waren noch im Atlantik surfen. Das Surfen war mein Highlight vom Trip – ich wusste nicht, dass man da so schnell werden kann, das war echt krass. Auf dem Trip habe ich viele neue Freunde gefunden und wir hatten alle eine sehr gute Zeit.
Sport spielt hier in der Schule auch eine große Rolle, es gibt hier die verschiedensten Schulteams. Ich bin letzte Woche dem Basketball-Schulteam gejoint und diese Woche haben wir schon unser erstes Spiel gegen eine andere Schule. Wir haben dann noch ein Hurling-, Fußball-, Rugby- und Athletik-Team. Vom Sportunterricht war ich tatsächlich ein wenig enttäuscht, gerade weil wir ja coole Sportteams außerhalb des Unterrichts haben. Im Sportunterricht machen wir einfach immer das, was wir wollen und wir kriege keine Anleitung oder so… Jetzt mache ich noch beim Musical der Schule mit, welches wir im Dezember im Theater aufführen werden. Das wird auch sehr gut, glaube ich.
Nach der Schule habe ich entweder Musical-Probe, das ist meistens dreimal die Woche, oder einmal in der Woche ist Basketballtraining. Am Freitag ist hier der kurze Tag, da haben wir nur bis 13 Uhr Schule, anstatt immer bis 16 Uhr. Dann chillt man noch ein bisschen mit seinen Freunden in der Stadt. Am Wochenende war ich bis jetzt meistens bei einem Hurling Spiel von meinem Gastbruder, einmal war ich schon Bowlen mit meiner Gastfamilie und einmal war ich mit meinen Schulfreunden in Waterford in der Stadt.
Jetzt bin ich schon 4 Wochen in Irland und ich fühle mich super wohl hier. Meine Gastfamilie ist sehr nett und in der Schule verstehe ich mich auch gut mit den meisten. Die Organisation von PI ist super – mit Jorika, unserer Koordinatorin, hatten wir schon unser erstes Kaffeetreffen mit den anderen Austauschschülern. Ich freue mich auf die nächsten Monate und bin schon gespannt, was alles hier noch passieren wird.
Viele Grüße
Phileas