Die letzten Wochen eines unvergesslichen Jahres

Zwischen Vorfreude und Abschied

Hallo,

es ist nun weniger als ein Monat von meinem Auslandsjahr übrig und ehrlich gesagt freue ich mich schon sehr darauf, meine Familie und Freunde wiederzusehen. Gleichzeitig ist es komisch, sich vorzustellen, dass meine Zeit hier dann einfach vorbei ist. Ich habe mich so eingelebt, dass sich der Alltag hier inzwischen ganz normal anfühlt.

Deshalb ist die Vorstellung seltsam und auch etwas beängstigend, weil ich die Menschen hier wahrscheinlich nicht so schnell wiedersehen werde. Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich sowohl mit meiner Gastfamilie als auch mit meinen Freunden in Kontakt bleibe und sich unsere Wege irgendwann wieder kreuzen.

Roadtrip durch Virginia

In den Osterferien habe ich einen Roadtrip durch Virginia unternommen. Wir haben mehrere historische Sehenswürdigkeiten besichtigt, unter anderem Mount Vernon und Monticello, die Anwesen der amerikanischen Präsidenten George Washington und Thomas Jefferson.

Außerdem waren wir im Shenandoah National Park und haben dort einige Tage in der Natur verbracht. Den Urlaub haben wir schließlich mit ein paar Tagen in Richmond, der Hauptstadt Virginias, abgeschlossen.

Ich habe es sehr genossen, hier auch einmal richtig Urlaub zu machen. Auch wenn das ganze Jahr etwas Besonderes ist, war es noch einmal etwas anderes, einen klassischen Urlaub mit Sightseeing zu erleben. Besonders spannend fand ich es, die amerikanische Natur, Geschichte und Kultur näher kennenzulernen.

Schultrip nach Nashville

Bei einem Schultrip nach Nashville, Tennessee, konnte ich eine weitere neue Stadt in den USA entdecken. Mit dem Orchester meiner Schule verbrachten wir einige Tage in der Hauptstadt der Countrymusik.

Wir hatten auch viel Freizeit, in der ich gemeinsam mit Freunden die Stadt erkunden konnte. Nashville ist sehr touristisch und besonders beliebt für Junggesellenabschiede und Partys. Cowboystiefel gehören dort quasi zum Alltag, und der Broadway ist voller Bars mit Livemusik.

Es war auf jeden Fall etwas Besonderes und eine sehr stereotypische amerikanische Erfahrung.

Mein 17. Geburtstag in den USA

Ende April habe ich meinen 17. Geburtstag gefeiert. Es war das erste Mal, dass ich meinen Geburtstag nicht mit meinen Eltern verbringen konnte, und es fühlte sich schon ungewohnt an, nicht die üblichen Familientraditionen zu erleben.

Trotzdem war es ein schöner Tag. Gemeinsam mit meiner Gastschwester habe ich einen Kuchen nach deutschem Familienrezept gebacken, das ich stark mit meinem Zuhause verbinde. Dadurch fühlte es sich an, als wäre meine Familie auf gewisse Weise doch bei mir.

Direktes Heimweh habe ich zwar nicht, aber meine Eltern fehlen mir schon sehr, und die Vorfreude auf das Wiedersehen wächst mit jedem Tag. Gleichzeitig genieße ich die Zeit hier weiterhin sehr.

Ein Konzert in der Carnegie Hall

Ein besonderer Moment war für mich auch das Konzert mit meinem Chor in der Carnegie Hall in New York City.

Auch wenn wir nur einen Tag in der Stadt waren und deshalb wenig Zeit zum Erkunden hatten, habe ich mich sehr über die Möglichkeit gefreut, in einem so berühmten Konzerthaus zu singen und gleichzeitig New York City zu sehen.

Amerikanische Abschlussprüfungen

Anfang Mai standen meine Abschlussprüfungen in Englisch, Französisch und Geschichte an. Die Noten haben für mich zwar keine besondere Bedeutung, dennoch war es interessant, einmal amerikanische Prüfungen mitzuerleben, da sie sich deutlich von den deutschen unterscheiden.

Die Tests werden bundesweit durchgeführt, bestehen sowohl aus Multiple-Choice-Aufgaben als auch aus Essayfragen und dauern etwa drei Stunden.

Mittlerweile ist der Unterricht deutlich entspannter. Im letzten Monat stehen vor allem Projekte und Präsentationen auf dem Programm.

High School Spirit

Heute hatten wir einen sogenannten „Senior Storm“, bei dem mein Jahrgang – die zukünftigen Seniors, also die Abschlussklasse des kommenden Jahres – gemeinsam gefeiert hat.

Es gab T-Shirts und Donuts, außerdem wurden Gruppenfotos gemacht. Das war ein typisches Beispiel für den berühmten „High School Spirit“.

Außerdem habe ich heute mein Yearbook erhalten. In den nächsten Wochen werden meine Freunde darin unterschreiben – eine Tradition, die hier an vielen Schulen gepflegt wird.

Sport, Sommer und Memorial Day

Vor Kurzem bin ich gemeinsam mit meiner Gastschwester wieder einen 5-Kilometer-Lauf gelaufen. Außerdem hat der Nachbarschaftspool für die Sommersaison geöffnet. Damit hat für uns die Schwimmsaison begonnen, und ich freue mich schon darauf, meine Gastschwester bei ihren Schwimmwettkämpfen anzufeuern.

Am vergangenen Wochenende war Memorial Day, ein Feiertag zum Gedenken an die gefallenen amerikanischen Soldaten. Das verlängerte Wochenende haben wir in Ocean City, Maryland, am Meer verbracht.

Leider war das Wetter nicht besonders gut – es war neblig und regnerisch. Ehrlich gesagt finde ich amerikanische Strandorte eher etwas langweilig, da es dort meist nur Souvenirläden und Minigolfanlagen gibt. Trotzdem bin ich dankbar, noch mehr vom Land gesehen zu haben, und habe die Zeit am Meer sehr genossen.

Die letzten Wochen meines Auslandsjahres

Für die letzten Wochen möchte ich noch einmal möglichst viel Zeit mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden verbringen. Jetzt, da das Wetter besser wird und überall Sommerstimmung aufkommt, werde ich bestimmt noch einige schöne Erlebnisse sammeln.

Meine Gastschwester hat bald Geburtstag, und außerdem steht ihr Grundschulabschluss bevor, der hier ebenfalls mit einer richtigen „Graduation“ gefeiert wird.

Ein unvergessliches Jahr

Ich kann jetzt schon sagen, dass dieses Jahr für mich etwas ganz Besonderes war. Ich freue mich sehr darauf, nach Deutschland zurückzukehren und all die Erfahrungen und Erlebnisse mitzunehmen, die ich hier sammeln durfte.

Alles Liebe, Clara