Neun Monate voller Erinnerungen

Hallo ihr Lieben!

Ich bin’s wieder, Frieda – heute leider zum letzten Mal, denn mein Auslandsjahr ist nun zu Ende. Ich bin jetzt seit genau zwei Wochen wieder in Deutschland. Langsam habe ich angefangen, mich wieder einzuleben, meinen Alltag neu aufzubauen, mich mit meinen Freunden zu treffen und ganz viel Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

Wieder zu Hause

Als ich zurück nach Deutschland gekommen bin, war das ein ganz komisches Gefühl. Einerseits hat es sich angefühlt, als wäre ich nie weg gewesen, gleichzeitig war aber doch alles anders. Irgendwie kam es mir auch so vor, als wäre meine Zeit in Irland schon ewig her. Mein Zeitgefühl war total verschoben.

Umso schöner war es, meine Familie nach neun Monaten endlich wiederzusehen, mich mit meinen Freunden zu treffen und meine Stadt neu zu entdecken.

Den Alltag neu entdecken

Am Anfang wusste ich gar nicht so genau, was ich jeden Tag machen sollte. Ich wollte nicht einfach wieder in alte Routinen zurückfallen. Stattdessen hatte ich mir vorgenommen, Deutschland mit den gleichen offenen Augen zu sehen, mit denen ich Irland entdeckt habe – neugierig zu sein, Neues zu erkunden und neue Seiten an meiner Heimat kennenzulernen.

Ich war außerdem total überrascht, wie schön es war, wieder zur Schule zu gehen. Natürlich habe ich mich gefreut, meine Freunde wiederzusehen, aber auch neue Menschen kennenzulernen. Es ging so schnell: Aus Menschen, die ich vorher gar nicht kannte, wurden Menschen, auf die ich mich heute jedes Mal freue, wenn ich in die Schule gehe.

Was ich aus Irland vermisse

Was ich, glaube ich, am meisten vermisse, ist der Sarkasmus, mit dem ich neun Monate lang gelebt habe. In Deutschland – oder zumindest in meinem Umfeld – ist diese Art von Humor nicht ganz so verbreitet, weshalb ich manchmal vorsichtig sein muss, was ich sage. 😉

Außerdem vermisse ich all die Haustiere meiner Gastfamilie und natürlich die vielen Menschen, die ich in Irland kennenlernen durfte. Auch einige Hobbys fehlen mir sehr. Bellringing oder das gemeinsame Tin Whistle spielen kann ich hier in Deutschland leider nicht einfach weiterführen – zumindest habe ich bisher noch keine entsprechende Gruppe gefunden. 😉

Ein weiterer großer Punkt ist die Umgebung. Bei mir war das Meer nur wenige Minuten zu Fuß von meinem Gasthaus entfernt. Jetzt in Deutschland ist das Meer ungefähr zwei Autostunden entfernt.

Rückblick auf neun unvergessliche Monate

Wenn ich auf mein Auslandsjahr zurückblicke, fallen mir unzählige Erinnerungen ein: so viel Lachen, so viele Witze, gemeinsames Kochen, Spaziergänge und natürlich das Entdecken Irlands.

Natürlich gab es auch schwierige Momente – zum Beispiel gelegentliches Heimweh oder Meinungsverschiedenheiten. Aber gerade daran bin ich gewachsen. Ich habe gelernt, mit solchen Situationen umzugehen und wusste immer, dass es auch wieder besser werden würde.

Ich glaube, ich könnte gar nicht das schönste Erlebnis benennen, weil es einfach so viele davon gibt. Weihnachten gehört auf jeden Fall ganz weit nach oben. Genauso die Ausflüge mit meiner Gastfamilie oder die Reisen mit anderen Austauschschülerinnen und Austauschschülern. Und das ist wirklich nur ein winziger Bruchteil all der schönen Erinnerungen.

Was ich gelernt habe

Was ich aus meinem Auslandsjahr mitgenommen habe, ist vor allem die Erkenntnis, dass vieles gar nicht so dramatisch ist, wie es im ersten Moment scheint.

Außerdem bin ich unglaublich stolz darauf, dass ich es geschafft habe, neun Monate in einem fremden Land zu leben, mir dort einen Alltag aufzubauen, neue Freundschaften zu schließen und neue Hobbys zu finden. Das gibt mir heute unglaublich viel Selbstvertrauen. Ich kann mir jetzt in schwierigen Situationen immer wieder sagen: Das schaffst du auch – schließlich hast du neun Monate im Ausland gelebt.

Erwartungen und Realität

Bevor ich ins Auslandsjahr gestartet bin, habe ich versucht, möglichst keine Erwartungen zu haben, weil ich nicht enttäuscht werden wollte. Rückblickend hatte ich aber natürlich trotzdem welche – wenn auch unbewusst. Ich wollte unbedingt irische Freunde finden, ein bisschen reisen und mich gut mit meiner Gastfamilie verstehen. Und all das hat sich erfüllt – manchmal früher, manchmal später. Es hat Energie gekostet, aber jede einzelne Minute war es wert.

Mein Rat an zukünftige Austauschschülerinnen und Austauschschüler

Allen zukünftigen Austauschschülerinnen und Austauschschülern kann ich nur raten: Macht ein Auslandsjahr!

Es ist eine unglaubliche Erfahrung, die ihr nie vergessen werdet. Es gibt so viele Dinge zu erleben und zu entdecken und so viele Menschen, die sich darauf freuen, euch kennenzulernen. Jedes Auslandsjahr und jede Geschichte ist anders – und genau das macht es so besonders.

Am Ende nimmt jeder seine ganz eigenen Erinnerungen, Erfahrungen und Geschichten mit nach Hause. Man lernt, über sich selbst zu lachen, wächst an Herausforderungen und kann sich später mit anderen darüber austauschen. Oft erlebt man ähnliche Situationen – und doch ist jede Geschichte einzigartig.

Ich kann es wirklich jedem ans Herz legen. Es war eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens und ich werde mich noch sehr lange daran erinnern.

Ganz liebe Grüße

Frieda