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Es fühlt sich an, als hätte ich gestern erst den letzten Eintrag verfasst, allerdings ist das nun schon fast 2 Monate her. Nun bin ich nach all dieser Zeit wieder in Deutschland und mein Aufenthalt in den USA ist vorbei. Noch immer fühle ich mich wie in einem Traum, als ob ich eigentlich noch immer bei meiner Gastfamilie wäre, aber das ist nicht der Fall. Bevor ich von meiner Rückkehr erzähle, möchte ich meine letzten Erlebnisse in den USA mit euch teilen.

Anfang Mai fand an meiner Schule der Prom statt. Wie man es aus all den Filmen kannte, durften die Juniors und Seniors (11. und 12. Klasse) den Abschlussball gemeinsam feiern. Jeder war wunderschön angezogen, und einige der Mädchen hatten sich stundenlang vorbereitet, wie ich erfuhr. Die Organisatoren hatten einen ganzen Saal geschmückt und es gab neben einer Tanzfläche auch Snack Tische, verschiedene Getränke, einige Sitzgelegenheiten und sogar einen Photo-Booth! Es wurde bis in die Nacht hinein getanzt, und am Ende taten unsere Füße unendlich weh… Dafür habe ich aber auch dieses Mal mit meiner Freundesgruppe eine Übernachtungs-After-Party veranstaltet, welche wir mit einem großen Lagerfeuer begannen und mit ewig langen, tiefgründigen Gesprächen beendeten.
Es war ein wirklich einzigartiges Erlebnis, und da wir beide kein Date hatten, lud ich die andere deutsche Austauschschülerin mit einem sogenannten “Promposal” ein – mit einem richtigen Plakat fragte ich, ob sie mein Prom-Date sein möchte.
Wenige Wochen später haben alle Seniors den seit einigen Jahren etablierten “Senior-Skip-Day” gestartet. An diesem Tag ging kaum ein Senior zur Schule und um trotzdem etwas zu unternehmen, machten meine Freunde und ich einen Ausflug in die Stadt Duluth, welche etwa zwei Stunden von meinem Placement entfernt ist. Wir besuchten einen verlassenen Leuchtturm (wer meine anderen Artikel gelesen hat, erinnert sich vielleicht daran, denn im November habe ich diesen Turm schon einmal besucht!), stapften durch belebte Flüsse und rundeten den Tag mit einem Besuch in einem Cat-Café ab.
Dann brach auch schon meine letzte Schulwoche an… Ein letztes Konzert, ein letztes Mal mit der Band spielen, ein letztes Mal meine Töpfer-Projekte bemalen, ein letztes Mal mit dem Schulbus fahren und schließlich ein letztes Mal meine Schulkameraden sehen, diese Woche war voller gemischter Gefühle. So viele “Goodbye’s” und “See you again’s”, und auch viele Tränchen. Dafür aber reisten einen Tag vor meiner Graduation, meinem Abschluss, meine Mutter und Schwester aus Deutschland an, denn diesen besonderen Tag wollten sie sich nicht entgehen lassen!
Und ehe ich mich versah, lief ich mit all den anderen Graduates in die Arena ein, während tausende von Menschen um uns herum uns zujubelten. Ein letztes Mal spielte ich mit meiner Querflöte, diesmal sogar vor meiner deutschen Familie!
Wir bekamen Namenskärtchen, welche wir den Leuten geben sollten, welche alle Namen aufrufen, und trotz vermehrter Erinnerung verlor ich meines und musste meinen Namen zuflüstern…
Schließlich lief ich auf die Bühne, mein Name wurde aufgerufen und ich holte mein Büchlein ab, in welchem aufgrund meines unvollständigen Abschlusses tatsächlich nichts drin stand. Den restlichen Tag verbrachte ich auf Graduation Partys sowie mit meiner vollen Familie, amerikanisch und deutsch.
Einen Tag später ging es früh morgens los, denn meine Mama, meine Schwester und ich machten uns auf die Reise nach Las Vegas, wo unser Road Trip zum Grand Canyon und zum Antelope Canyon startet. Um euch meine Reise etwas kürzer zusammenzufassen, kann ich nur sagen: Der Grand Canyon war unglaublich beeindruckend, soo riesig, und mit dem Helikopter bekam ich sogar die Möglichkeit, ihn von innen zu sehen. 🙂
Der Antelope Canyon (welchen man vielleicht von dem Microsoft oder Apple standard wallpaper kennt) war super schön, und obwohl er von außen total unscheinbar aussieht, kamen wir vor staunen innen gar nicht mehr weiter.
Las Vegas war richtig, wie man es sich vorstellt: Laut, bunt, groß, und niemals langweilig. Es gab immer etwas zu sehen oder zu machen, und nach der Hitze und dem Lärmpegel fielen wir Abends wie tot ins Bett.

Um meine letzte Zeit noch zu nutzen, kehrte ich für die finalen fünf Tage zurück zu meiner Gastfamilie. Nun begannen die wirklich schweren letzten Male und die wirklich schweren “Goodbye’s”. Meine Freunde übernachteten noch zweimal bei mir, und trotz des schweren Abschieds bin ich so dankbar und froh, so tolle Leute gefunden zu haben. Sie haben mir die Zeit in den USA unvergesslich gemacht, und ohne diese Leute wäre es nicht dasselbe gewesen.
Schließlich war es soweit: Samstag Morgen, alle halb verschlafen, halb verweint fuhr mich meine Gastfamilie zum Flughafen. Dort durfte ich erstmal noch meinen Koffer umräumen, denn mein Gepäck war fast 5 kg zu schwer… Das Gepäck habe ich btw. immer noch nicht wieder, wird vermutlich auch noch etwas dauern, also macht’s schlauer als ich und wiegt euer Gepäck vorher ab, wenn ihr nicht $100 zahlen wollt!
Der Abschied war unendlich schwer, und auch jetzt fange ich jedes Mal fast zu weinen an, wenn mir mein Gastvater wieder eine lange Nachricht sendet. Aber am Ende zählte die Zeit dort, und sie war unbeschreiblich schön. Niemals hätte ich gedacht, eine solche Beziehung zu den Menschen in meinem Gastland aufzubauen, und ich könnte nicht dankbarer für all die Unterstützung sein. Die Unterstützung meiner Mama, meiner Schwester, meiner Großeltern, meiner Organisation, meiner Schule in Deutschland sowie der in Amerika, meiner Gastfamilie, meiner Freunde, einfach jeder, der dazu mitgewirkt hat, mir diese Zeit zu ermöglichen. Minnesota wird für mich immer einen besonderen Platz im Herzen haben, und all die Erinnerungen bleiben für immer bei mir.
Nun bin ich seit etwa einem Monat wieder in Deutschland, und ja, reverse culture shock hat auch mich getroffen. Noch immer bin ich etwas irritiert, wenn die Kassiererin keinen Smalltalk mit mir führt oder ich keine random Komplimente in der Schule bekomme. Auch der tägliche “Pledge of Allegiance” oder die Nationalhymne fehlen mir. An die Schule hier in Deutschland habe ich mich wieder relativ gewöhnt, auch wenn ich immer mehr merke, wie viel ich dieses Jahr verpasst habe.
Ich denke, viel mehr gibt es von meiner Seite nicht, und egal ob du ein zukünftiger oder vergangener Austauschschüler oder auch nur ein Angehöriger bist, ich hoffe, dir haben diese Blogeinträge Freude bereitet und ich konnte meine Erlebnisse etwas teilen.
Alles Gute und danke für eure Unterstützung,
Deine Marlene
P.s.: Wer persönliche Fragen hat oder einfach noch mehr über mein Auslandsjahr wissen will, kann mir auch gerne auf Instagram folgen! @marlene.auftour 🙂
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