PPP-Stipendiaten erzählen: Theresas Gastfamilie in Texas

In den nächsten Wochen berichten einige unserer PPP-Stipendiaten aus dem Schuljahr 2017/18 von ihrer Zeit in den USA. Jede und jeder von ihnen erzählt über ein besonderes Thema, das sie während ihres Austauschs besonders bewegt hat. Theresa beschreibt ihre texanische Gastfamilie.

Meine Gastfamilie in Texas

Ich wartete bereits mehrere Wochen vor Abflug sehnsüchtig auf die Nachricht, wo genau ich letzten Endes platziert sein würde. Als ich die Nachricht dann endlich bekam, freute ich mich riesig. Meine Gastfamilie kam aus einem kleinen Ort in West-Texas. Es dauerte nicht lange bis ich mit meiner Gastfamilie Kontakt aufgenommen hatte und schnell erfuhr ich mehr über meine Gasteltern, meine drei Gastgeschwister und die Gegend, in der ich die nächsten zehn Monate leben durfte.

Ich betrat am 23. August 2017 guten Mutes, zusammen mit den anderen Austauschschülern, das Flugzeug Richtung USA. In Chicago angekommen standen wir dann das erste Mal auf Amerikanischen Boden. Von dort aus ging dann jeder Austauschschüler seinen eigenen Weg in Richtung neues Zuhause. Für mich und zwei andere Austauschschülerinnen hieß es somit weiter nach Dallas, Texas zu fliegen, wo unsere Gasteltern mindestens genauso aufgeregt wie wir am Flughafen auf uns warteten. Endlich in Dallas angekommen empfingen mich meine Gasteltern total herzlich mit einem „Welcome to the US, Theresa“-Schild. Ich war überglücklich, endlich angekommen zu sein und meine Gasteltern nun persönlich kennenzulernen. Sie gingen zunächst einmal mit mir richtig texanisch Essen und wir übernachteten anschließend in einem Hotel, um am nächsten Tag dann ausgeschlafen die vier Stunden zu meinem neuen Zuhause weiterfahren zu können.

Dort angekommen lernte ich auch meine 16 Jahre alte Gastschwester
 und meinen 13 Jahre alten Gastbruder kennen, welche mir beide auf Anhieb super sympathisch waren. Außerdem begrüßten mich unser Hund Lore und unser Kater Marty und nahmen mich sofort in die Familie auf. Meine andere Gastschwester, mit welcher ich mich ebenfalls super verstand, lernte ich dann im Laufe des Monats kennen, da sie in einem anderen Ort aufs College ging und dort auch wohnte.

In der Familie waren meine Gastgeschwister und ich zuständig für unsere Zimmer und die Tiere, die wir hatten. Das waren außer dem Hund und der Katze zwei Schafe und sieben Hühner. Später im Jahr bekamen wir noch ein Pferd und hatten zwischenzeitlich auch vier Hasen, was mir als Deutsche fast schon wie eine kleine Farm vorkam. Auch wenn es nicht ausdrücklich von uns erwartet wurde, halfen meine Gastgeschwister und ich immer gerne bei der anfallenden Arbeit mit, worüber sich meine Gasteltern natürlich auch freuten.

Schnell wurde ich mit vielen Texanischen Dingen vertraut gemacht. Zum Beispiel die viele Baumwolle, die bei uns in der Nachbarschaft angebaut wurde, und das Jagen von Wildtieren, an dem besonders mein Gastbruder viel Spaß hatte und immer wieder eine geschossene Schlange oder Wildtaube heimbrachte. Ich lernte sehr schnell, dass man aufpassen sollte, wenn man einer Klapperschlange oder einem Kojoten begegnete, und natürlich lernte ich vieles über Rodeos und Country Musik, die in Texas unbedingt zum Alltag dazu gehören.

Vielleicht mag es ja daran gelegen haben, dass ich in einer sehr ländlichen Gegend gelebt habe, aber bei den Bewohnern meiner Heimatstadt waren Dinge wie Kirche und Bibel generell sehr wichtig. Jeden Sonntag und Mittwoch ging meine Gastfamilie in die Kirche, in welcher mein Gastvater auch predigte. Trotz der doch sehr konservativen Glaubensregeln hatte ich nie ein Problem damit, mit meiner Gastfamilie in die Kirche zu gehen, wollte ich doch in diesem Jahr das amerikanische Leben auch wirklich authentisch miterleben. Obwohl mein Gastvater Prediger in der Kirchengemeinde war, war es nie ein Problem für meine Gastfamilie, wenn ich einmal die Kirche einer anderen Kirchengemeinde kennenlernen oder etwa gar nicht in den Gottesdienst gehen wollte, was wiederum trotz konservativer Werthaltung die liberale Einstellung der Amerikaner zu Glaube und Kirche zeigt.

Insgesamt nahm meine Gastfamilie immer Rücksicht auf mich, stand mir in jeder
 Situation bei Seite und behandelte mich wie meine Gastgeschwister. Obwohl sie wegen der Tiere nie länger von zu Hause wegbleiben konnten, unternahmen sie alles, mir ihren geliebten Staat Texas zeigen zu können. Sie bezogen mich bei der Urlaubsplanung mit ein, zeigten mir die verschiedenen Städte und Gegenden von Texas und nahmen mich mit zu Konzerten und in Freizeitparks.

Vor dem Auslandsjahr hatte auch ich ein paar Berichte anderer Austauschschüler gelesen, welche ihr Auslandsjahr bereits hinter sich hatten. Ganz oft konnte man darin lesen „ich habe nun nicht nur eine Heimat, sondern zwei“ etc. Jetzt, da mein eigenes Austauschjahr vorbei ist, kann ich sagen, dass dies absolut so ist. Auch in mir schlagen nun sozusagen zwei Herzen und ich weiß, dass ich auf der anderen Seite der Erde immer einen Platz und ein Zuhause haben werde. Immer wieder wurde ich gefragt, wie es mir in Texas gefalle und die Leute sagten mir, dass Texas der beste Staat der USA wäre. Auch wenn die Einwohner vieler anderer Staaten in dem Fall wahrscheinlich wiedersprechen würden, in meinen Augen war Texas ein super schöner Staat und vielleicht ist er ja wirklich sogar der schönste?

Claudia Kühne
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