Mariusz‘ Austausch in den USA

Hallo, ich bin Mariusz, einer der Stipendiaten, der mit Partnership International ein Jahr in den USA verbringt. Ich möchte in den Staaten viele neue Menschen kennenlernen und neue Freunde finden. Hier könnt Ihr von meinen Erfahrungen lesen.

Thanksgiving in den USA

Thanksgiving ist ein nationaler Feiertag in den Vereinigten Staaten. Gewöhnlich wird zu diesem Anlass Truthahn und ein spezielles Brot mit dem Namen „stuffing“ gegessen. Das ist ein weiches Brot, das jede Familie verschieden zubereitet. Offiziell wird den amerikanischen Ureinwohnern gedankt, den Pilgervätern durch das erste Jahr auf diesem Boden geholfen zu haben. Thanksgiving wird meistens mit der Familie gefeiert. Aus diesem Grund hört man auf die Frage „Wohin gehst du zu Thanksgiving?“ oft die Antwort „Zu meiner Famililie aufs Land“.

So war es auch mit meiner Gastfamilie. Wir fuhren zwei Stunden mit dem Auto zu dem Bruder unseres Gastvaters. Dort verbrachten wir den ganzen Tag. Wir aßen gemeinsam das Mittagessen, das sehr gut geschmeckt hat, und unser Gastonkel zeigte uns seinen Bauernhof, auf dem er viele Kühe hat. Später liefen wir noch auf dem Hof herum und sahen uns die alten Autos an, die sich über die Jahre angesammelt haben. Teilweise hatte er sogar alte Ford’s von 1947. Thanksgiving war ein sehr interessantes Erlebnis, an dem wir alle sehr viel Spaß hatten und die Familie unserer Gasteltern näher kennenlernen durften.

Der erste Monat

Ich bin jetzt seit circa einem Monat mit einem zweiten Austauschschüler aus Spanien mit dem Namen Jose bei einer Familie in den Vereinigten Staaten. So sind meine ersten Wochen hier verlaufen:

Am ersten Tag wurden wir schon von unserem Gastbruder zu einer Übernachtung bei einem seiner Freunde eingeladen. Auf diese Weise fand ich schon am ersten Tag sehr viele neue Freunde. In den nächsten Tagen unternahmen wir dann vieles zusammen und genossen die Zeit bis zum Schulbeginn. An einem Tag fuhren wir mit der ganzen Familie an einen der vielen Seen Minnesotas und gingen später in ein Restaurant, das im Inneren mit vielen Schildern und Neonlichtern gefüllt war. Ich lebe in einer kleinen Stadt, die aber an einer größeren Stadt liegt, was bedeutet, dass es hier ruhig ist und ich in die Stadt gehe kann, wenn ich möchte.

Noch bevor die Schule begann, durfte ich meine Fächer wählen und meinen Stundenplan zusammen mit meinem Counselor erstellen. Als ich dann am ersten Tag in die Schule ging, war ich etwas unsicher. Dies legte sich aber sehr schnell, nachdem ich bemerkte, dass viele Schüler sehr freundlich, offen und hilfsbereit waren. In der Schule habe ich viele unterschiedliche Fächer, wie beispiwelsweise „Sociology“, oder auf Deutsch: „Gesellschaft“. Dieses Fach macht mir besonders viel Spaß, da besonders Wert darauf gelegt wird, dass die Schüler der Klasse aus unterschiedlichen Kulturen kommen. Aus diesem Grund sind auch zwei weitere Austauschschüler, eine Schülerin aus Brasilien und eine Schülerin aus Japan, in dem Kurs.

Ich lernte auch andere Austausschüler aus der Umgebung bei einem Treffen der Schüler meiner Organisation kennen. Wir besichtigten zusammen die Stadt und tranken heiße Schokolade in kleinen Cafés.

Meine Gastfamilie hat Jose und mir auch einen Programmierkurs an der
Universität und Religionsunterricht in der Kirche organisiert, die wir regelmäßig besuchen. Als unsere Gastschwester Geburtstag hatte, backten wir zusammen eine Torte für sie.

Die interessanteste Zeit in der Schule war die des „Homecoming“. An jedem Tag zogen wir uns unterschiedliche zum Motto passende Kleider an. Montag war „Hippietag“, Dienstag sollten wir uns anziehen, um Eindruck zu schinden („Dress to impress“), am Mittwoch hatte jeder Jahrgang seine eigene Farbe, am Donnerstag sollten wir uns anziehen wie unser Vater, und am Freitag hatten wir schulfrei. Dies war besonders lustig, da man beispielsweise einem als Donald Trump oder Julius Cäsar verkleideten Schüler am Dienstag über den Weg lief. Am Freitag war dann eine große Parade, ein American Football Spiel und der Schulball.

Das Vorbereitungsseminar

Ich habe mit Partnership International und 22 anderen Schülern vom 09.06. bis zum 11.06 ein Vorbereitungswochenende in Bad Honnef verbracht. Für mich begann der erste Tag um sechs Uhr morgens am Hamburger Hauptbahnhof, es ging per Zug nach Köln. Von Köln fuhr ich dann weiter nach Rhöndorf und dann nach Bad Honnef. Bei der Jugendherberge wurden wir freundlich begrüßt und unseren Zimmern zugeteilt. Ich kam mit vier anderen Jungen auf ein Zimmer, mit denen ich mich sofort gut verstand. Dann wurden wir in unseren Seminarraum gerufen und noch einmal offiziell mit Kaffee, Tee und Kuchen begrüßt. Nachdem wir die Namen durch ein paar Spiele gefestigt hatten, sammelten wir zusammen unsere Erwartungen an das Austauschjahr und an das Vorbereitungsseminar.

Mariusz1Im Laufe des Wochenendes lernten wir viele für das Austauschjahr nützliche Dinge, wie man beispielsweise Vorurteile oder Heimweh überwindet oder sich richtig bei der amerikanischen Gastfamilie verhält. Wenn man das Wort „Seminar“ hört, denkt man meistens an einen Raum mit vielen Stühlen, einer Tafel und langweiligen Vorträgen. Dies war absolut nicht der Fall. Vieles wurde uns spielerisch oder durch kreative Werkstätten beigebracht. Wir hatten beispielsweise einmal die Aufgabe, Themen wie „Mentalität“ durch selbst gebastelte „comic-hafte“ Gegenstände darzustellen. Am Samstag haben wir sogar einen Theaterabend veranstaltet, an dem wir vorher einstudierte Stücke vorstellten und unsere Teamer die beste Gruppe auswählten, die dann einen Preis, in Form von Süßigkeiten, gewann. Manchmal haben wir uns auch kleine Filme oder sogar Sitcoms angeschaut. Die Atmosphäre war sehr entspannt, was dadurch unterstützt wurde, dass unsere Teamer ca. in unserem Alter waren. Wir hatten täglich eine Kaffeepause und jeden Morgen wurden Warm-up Spiele gespielt.

Mariusz3Das ganze Wochenende bestand aus „Sessions“, die gewisse Themen behandelten. Eine „Session“ bestand zum Beispiel aus einem Rollenspiel, bei dem jeweils einer Gruppe von ca. fünf Schülern eine Rolle zugeteilt wurde. Daraufhin sollten diese vier Rollen, bei denen eine Chefin einer großen Modefirma, ein Teenager, eine Menschenrechtsorganisation und ein unterbezahlter Arbeiter vertreten waren, über die Frage diskutieren, ob billige Mode vertretbar sei. Nach einigen Minuten wurden die Rollen getauscht und es wurde weiter diskutiert. Nachdem jede Gruppe mindestens eine Rolle vertreten hatte, sprachen wir über Empathie und darüber, dass man im Ausland besonders in der Lage sein muss, einige Dinge aus der Sicht der dort lebenden Menschen betrachten zu können.

Am meisten hat mir der letzte Tag gefallen, an dem uns Schritt für Schritt erklärt wurde, was wir bis zu dem Moment, an dem wir schon im Bett der Gastfamilie liegen, zu erledigen haben. Dies fand ich besonders hilfreich, da wir auch lernten, wie wir uns in Situationen wie dem Verpassen unseren Anschlussfluges in den USA, verhalten sollten.

Mariusz2Am Ende des Vorbereitungswochenendes schauten wir noch einmal auf das Seminar zurück und beurteilten, ob unsere Erwartungen an das Wochenende erfüllt wurden oder nicht. Mit Freude kann ich sagen, dass alle unsere Erwartungen, vom Lernen wie man sich in der Gastfamilie verhält bis zum Knüpfen neuer Kontakte, erfüllt wurden. Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Vorbereitungsseminar sehr hilfreich und informativ war und es mir auf jeden Fall Halt gegeben und die Unsicherheit vor dem Auslandsjahr in den USA genommen hat.

Erwartungen und Vorstellungen

Bild 2Für die Zeit in den USA stelle ich mir vor viele neue Sportarten kennenzulernen, die hier in Deutschland nicht so bekannt sind. Ich stelle mir eine nette Familie vor, mit der ich viel Spaß haben kann und ich stelle mir eine schöne Schule und viele Freunde vor. Ich hoffe mit vielen Erlebnissen und neuen Erfahrungen nach Hause kommen zu können. Außerdem wäre es sehr schön, wenn der Nachthimmel in dem Ort, in dem ich in den USA leben werde, klar wäre, damit ich gute Bilder machen kann. Ich denke, ich werde in den Staaten meine Familie vermissen, aber auch meine Freunde, die Freizeit mit ihnen und vielleicht sogar meinen Alltag. Trotzdem kann ich es nicht erwarten meinen neuen Alltag kennenzulernen.

Victoria Schur
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